Text-Bild-Ansicht Band 83

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sich Dampf; auch ist es ganz hell, weil keine Dunstbläschen vorhanden sind.

Wir machen darauf aufmerksam, daß beim Kupelliren des Silbers dieselbe Erscheinung stattfindet; das geschmolzene Silber, wenn es von den fremdartigen Stoffen einmal befreit ist, nimmt kugelförmige Gestalt an und verbleibt in diesem Zustande ziemlich lange Zeit, ohne ein Atom seines Gewichts zu verlieren, bis die Temperatur abnimmt und das Silber aus dem geschmolzenen Zustande wieder zurükgeht in den bloß flüssigen, in welchem Augenblik eine kleine Explosion (der Blik) erfolgt.

Daß die von Hrn. Boutigny aufgestellten Geseze allgemein seyen, wagt er selbst noch nicht zu behaupten; jedoch hat er ihre Richtigkeit für das Wasser, den Alkohol, den Schwefeläther und die schweflige Säure dargethan.

Mehrere der Versuche, auf welchen diese Geseze beruhen, wiederholte Hr. Boutigny vor der Gesellschaft; es sind unter diesen so außerordentliche, den einmal angenommenen Ideen so entgegenlaufende, daß man, nachdem man sie sogar oft gesehen, noch zweifelt!

Einer der merkwürdigsten Versuche war der, in einem bis zum Weißglühen erhizten Platintiegel Wasser zum Gefrieren zu bringen, was folgendermaßen geschieht: in eine in der Esse oder auf sonst eine Weise zum Weißglühen erhizte Platinschale oder einen Tiegel gießt Hr. Boutigny flüssige schweflige Säure. Bekanntlich ist diese Säure so flüchtig, daß sie bei 11° C. unter 0 kocht, und man muß sie, um sie aufzubewahren, in Kälte erzeugende Mischungen (von Eis und Salz) sezen. Sobald nun diese Säure in die Schale gegossen ist, nimmt sie sogleich sphäroidische Gestalt an, indem sie sich vom glühenden Metall isolirt, und verdunstet nicht. Sie bleibt also bei einer Temperatur, welche geringer als 11° unter 0 seyn muß, obwohl sie sich in einem bis zum Weißglühen erhizten Gefäße befindet. Daß diese Säure nicht verdampft, beweist ihre niedere Temperatur; um dieß aber noch augenscheinlicher zu machen, bringt Hr. Boutigny mittelst einer Röhre Wasser in den Mittelpunkt dieses Sphäroids. Sogleich fällt dieses Wasser unter die Temperatur des Eises und gefriert der Art, daß man aus dem glühenden Tiegel ein Stükchen Eis herausnehmen kann.

Man könnte einwenden, daß das Eis das Resultat der chemischen Verbindung der schwefligen Säure und des Wassers sey; dem ist aber nicht so, was Hr. Boutigny bewies, indem er den Versuch auf eine andere Art wiederholte. Statt nämlich mitten in die schweflige Säure mittelst einer Röhre Wasser zu bringen, taucht er eine kleine mit Wasser gefüllte Glaskugel in dieselbe; auch dieses Wasser