Text-Bild-Ansicht Band 85

Bild:
<< vorherige Seite

Räumen ist die Luft nochwendig dünner als vor den Thüren, während bei kalter Witterung die äußere Luft bei jedem Oeffnen und durch jede Spalte der Thüre, des Fensters oder des Kamins eindringt – und häufig die Quelle des Unwohlseyns der Einwohner ist.

Die aus dem System der Ofenheizung und Luftverdünnung hervorgehenden Uebel wurden vor einigen Jahren von mir in einer der Royal Society vorgelesenen Abhandlung untersucht, welche später in einigen wissenschaftlichen und technologischen Journalen mitgetheilt wurde. Man findet daselbst, daß die Beobachtungen Saussure's und anderer gelehrten Reisender in bergigen Gegenden darthun, wie schwer in verdünnter Luft sowohl Muskel- als geistige Anstrengungen fallen. Sogar die geringe Verdünnung der Atmosphäre, welche einem niederen Barometerstand auf der Meeresfläche entspricht, erregt schon Mattigkeit, Müdigkeit und Unbehaglichkeit bei nervenschwachen Personen; während der entgegengesezte Umstand eines größeren Drukes, wie ihn ein hoher Barometerstand anzeigt, eine spannende Einwirkung auf Körper und Geist hat. Daraus ist zu ersehen, daß die Ventilation durch den starken Zug einer hohen Kaminröhre, welche auf die Luft auspumpend, ausschöpfend und verdünnend wirkt, auf die Lebhaftigkeit und die Gesundheit schädlich einwirken kann, daß die Ventilation hingegen, welche durch Einzwingen der Luft mittelst eines Windflügels oder einer Pumpe bewirkt wird, bei weitem vorzuziehen ist, nicht nur aus obbesagtem Grunde, sondern auch weil durch dieselbe jedes Zurükströmen der verdorbenen Luft durch die Kamine verhütet wird – ein Umstand, welcher bei dem anderen Verfahren sehr leicht eintritt. Frische, mittelst eines Gebläses (Windflügels) im unteren Stokwerk eines Gebäudes eingetriebene Luft verhindert auch die Stagnation feuchter Dünste und Miasmen, welche sich gerne am Grunde der Gebäude und über den Abzugscanälen aufhalten, und durch das Luftverdünnungsverfahren eingesogen werden. Manches Gebäude wird hiedurch während gewisser Veränderungen des Windes und Wetters ungesund gemacht.

Die von den Ingenieurs, HHrn. Easton und Amos, im Reform Clubhaus ausgeführte Luftverdichtungs-Vorrichtung besteht in einem großen Fächer, der sich in einem cylindrischen Gehäuse rasch umdreht, und ist im Stande, in der Minute 11000 Kubikfuß Luft in ein unter dem Erdgeschosse befindliches unterirdisches Gewölbe zu treiben. Die Flügelachse wird durch eine Dampfmaschine (nach dem Expansions-Princip) von fünf Pferdekräften umgetrieben. Der Condensationsdampf versieht drei gußeiserne Kästen mit so viel Hize, als hinreichend ist, um das ganze Gebäude zu erwärmen. Jeder solche Kasten ist ein äußerlich 3 Fuß messender Würfel und innerlich in