Text-Bild-Ansicht Band 86

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ausmachen, die lezte Hand angelegt wird, mit Gas beleuchtet und die Besizer sind sehr zufrieden damit. Die in der industriellen Welt wohlbekannten HHrn. Tausin und Macculloch haben sich mit völliger Zufriedenheit darüber ausgesprochen. Es ist noch zu bemerken, daß für diese Appreteurs der Winter die Hauptarbeitszeit ist.16)

XII. Ueber eine leicht ausführbare Methode die Bestandtheile eines Schießpulvers zu ermitteln; von Dr. P. Bolley.

Alle bekannten Verfahren der Trennung und quantitativen Bestimmung von Schwefel und Kohle verdienen – mögen sie auch die nöthige Schärfe gewähren – den Vorwurf, daß dieselben gerade für diejenigen, die sich mit Untersuchung des Schießpulvers am meisten zu beschäftigen haben, für Techniker, die gewöhnlich nicht im vollen Besiz der wissenschaftlichen Mittel, ja oft nicht der Apparate sind, als zu schwierig, unstatthaft erscheinen. Einzelne davon gewähren selbst nicht hinlänglich genaue Resultate.

Die Methode z.B., den Schwefel bei abgehaltener Luft zu verflüchtigen und den zurükbleibenden Kohlenstoff zu wägen, hat die doppelten Mängel, daß 1) sich immer nach meiner Erfahrung, die Erwärmung geschehe auch noch so vorsichtig, ein wenig Schwefelkohlenstoff bildet, der sich durch seinen Geruch zu erkennen gibt, daß aber 2) die in der zum Pulver zugesezten, unvollkommenen Kohle noch befindlichen flüchtigen Bestandtheile des Holzes sich mit verflüchtigen, und daß ihr Gewicht so zu dem des Schwefels anstatt zu dem der Kohle geschlagen wird.

Anderer Methoden erwähne ich nicht, da sie in der That etwas umständlich sind; unter ihnen scheint die, mit Schwefelkohlenstoff den Schwefel aufzulösen, die kürzeste und sicherste, allein sie verliert etwas von ihrem Werthe dadurch, daß der Schwefelkohlenstoff etwas unangenehm zu tractiren ist, und daß sie sehr große Vorsicht in Betreff genäherten Feuers erheischt.

Hr. H. Herzog in Aarau, ein junger Artillerieofficier, der sich mit großem Fleiß dem Studium der militärischen Feuerwerkerei ergibt, und eine große Reihe von Pulveruntersuchungen ausführte, beklagte sich bei mir über die zeitraubenden Methoden der Analysen, und ich rieth ihm, die unten bezeichnete zu versuchen. Dieß geschah von demselben

16)

Einen Auszug aus dieser Abhandlung haben wir bereits im polytechnischen Journal Bd. LXXXII. S. 342 mitgetheilt.

A. d. R.