Text-Bild-Ansicht Band 87

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und den Condensator, welche sehr schnell verderben und beständiger Reparatur bedürfen, zu schüzen. (Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement, Oktbr. 1842, S. 417, aus den Annales de mines.)

Felsensprengung mittelst Galvanismus.

Ein neues Beispiel der Felsensprengung mittelst Galvanismus (nach dem im polytechnischen Journal Bd. LXXXV. S. 275 und Bd. LXXXVI. S. 238 angegebenen Verfahren) wird im Mechan. Magazine. Oktober 1842 berichtet. H. Lyon von Glasgow unternahm die Operation. Man bohrte fünf sehr tiefe Löcher in den Felsen und füllte sie mit 30 Kilogr. Pulver an. Die Leitungsdrähte waren so angebracht, daß die Entzündung der ganzen Ladung mittelst derselben Batterie bewerkstelligt wurde. Die Wirkung erfolgte schnell und eine ungeheure Masse des Felsens wurde losgebrochen. – Ferner bediente man sich desselben Mittels, um einen Theil der Mauern des Schlosses Dunbar abzubrechen. Drei 5 Meter tiefe Löcher wurden in den unter dem Grund befindlichen Felsen gebohrt; nachdem sie mit der gehörigen Menge Pulver geladen waren, wurden sie auf einmal entzündet, auf welche Weise es gelang, eine Masse Mauerwerk von 150 Tonnen (150,000 Kilogr.) Gewicht loszumachen. – Dasselbe Mittel diente auch zur Ausbeutung eines Schiefersteinbruchs und gab auch hier die befriedigendsten Resultate.

Darstellung des Queksilbersublimats durch directes Zusammenbringen seiner Bestandtheile.

Man glaubte bisher, daß das Queksilber sich mit dem Chlor zu Chlorid direct nicht anders verbinden kann, als bei seinem Siedepunkt, d.h. ungefähr 360° R. Dr. Thomson bewies vor der pharmaceutischen Gesellschaft zu London, daß diese Verbindung bei einem viel niedrigeren Wärmegrad, nämlich bei 400° F. (164° R.) erfolgen kann. Er bediente sich hiezu einer langen, in der Mitte zu einer Kugel ausgeblasenen Röhre, welche an ihrem einen Ende mit einem Chlorentwikelungs-Apparate communicirte. Das in der Kugel befindliche Queksilber wurde inmitten eines Stromes Chlorgas durch eine Lampe erhizt und verbrannte bald mit blaßblauer Farbe unter Bildung von Chlorid, welches sich im Recipienten in Gestalt von Nadeln anlegte. Der so erhaltene Sublimat kann nach Thomson wohlfeiler in den Handel geliefert werden, als der in Broden; die Krystalle sind übrigens so fein, daß sie in den meisten Fällen ohne das beschwerliche und kostspielige Pulverisiren angewandt werden können. Ungeachtet dieser Vortheile konnte Thomson aber wegen des Vorurtheils zu Gunsten des Sublimats in Broden wenig Abnehmer für sein Präparat finden; er nahm ein Patent auf sein Verfahren und errichtete eine Fabrik, um dasselbe im Großen auszuführen. (Journal de Pharmacie. Nov. 1842, S. 435.)

Jodfabrication in einer chemischen Fabrik bei Glasgow.

Man fabricirt das Jod aus Kelp, der verschlakten Asche der Meergräser auf den Orkneyinseln und den irischen Küsten. Der Kelp wird in kleine Stüke zerschlagen, mit heißem Wasser eingeweicht, die Lauge nach 14 Tagen abgelassen, abgedampft, wobei Chlorkalium in Krusten anschießt. Hierauf wird durch weiteres Abdampfen und Krystallisiren wenig Glaubersalz, zulezt aus der concentrirten Lauge etwas kohlensaures Natron erhalten. Die Mutterlauge, welche nun übrig bleibt, ist das Material, aus welchem Jod geschieden wird. Sie wird mit Schwefelsäure gemischt abgedampft, um Salzsäure auszutreiben, dann mit Braunstein versezt in eiserne, mit Blei ausgekleidete Blasen geschüttet und der Destillation unterworfen. Aus jeder Blase leiten zwei Helmröhren die Gase und Dampfe durch zwei Aludelstrange, deren jeder aus vier Aludeln besteht, in denen sich das Jod condensirt und in Blattern ansezt; etwas Salzsäure und Brom scheiden sich ebenfalls in denselben ab. Die Flüssigkeit wird sodann aus den Aludeln entfernt, das Jod herausgenommen und abgetroknet. 1 Pfd. Jod kostete 6 Sh. (2. Thlr.), die Tonne Chlorkalium 12 Pfd. St.; es wird an die Alaunhütten,