Text-Bild-Ansicht Band 87

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Zimmer geleitet werden. Der Apparat läßt sich auch zur Verbreitung der aus warmem Wasser, Dampf oder Gas entwikelten Wärme benuzen, wie der Horizontaldurchschnitt Fig. 7 zeigt. Ich gebe gegossenen Erwärmungsplatten den Vorzug, ohne mich jedoch streng daran zu binden.

Mit Hülfe von Röhren, die ins Freie führen, kann man den Apparat mit reiner Luft speisen, und dadurch zugleich eine beständige Ventilation der Zimmer veranlassen.

Einer der Hauptvortheile meiner Erfindung besteht in der Vergrößerung der Heizoberfläche durch Anwendung der hervorspringenden Platten, wodurch ein kleiner Ofen in den Stand gesezt ist, eben so gut zu heizen als ein weit größerer mit ebenen Seitenwänden.

XCVII.  Bazin's farbiger Hohldruk auf Leder und Felle.

Aus dem Bulletin de la Société d'Encouragement. Dec. 1842, S. 505.

Dieses Verfahren besteht im gleichzeitigen Auftragen einer Beize und eines Fetts auf das Fell, welche es zum Aufsaugen der Farbe geschikt machen und der Farbe eine schleimige und etwas fette Zähigkeit ertheilen, durch welche sie mit Beihülfe der Wärme sich dem Fell einverleiben kann.

Die Zubereitung der Felle ist dabei nicht immer dieselbe, sondern je nach ihrer Farbe, ihrer Beschaffenheit und der Anwendung der Farbe in Teig- oder in Pulverform verschieden.

Ist die Farbe in Teigform, so werden sie, wie folgt, zubereitet. Bei dunkeln Farben breitet man über die Ziegen- oder Saffianfelle mittelst eines Leinentuchs oder Schwammes mit 100 Theilen Wasser verdünnte Schwefelsäure und dann eine Lage Nußöhl. Zur Zeit des Bedrukens darf dieser Ueberzug nicht eingetroknet, sondern soll noch etwas feucht seyn. – Bei Schaffellen nimmt man statt der Schwefelsäure Salpetersäure und statt des Nußöhls Lein- oder Baumöhl. – Bei Kalbfellen wird statt des Oehls eine Salmiaklösung genommen. – Bei Saffianpapier und Pergament verschiedener Farben breitet man eine Schicht Eiweiß und eine zweite, sehr dünne, Schicht Nuß- oder Baumöhl darüber aus. – Will man mit hellen Farben bedruken, so breitet man über die Ziegen- und Schaffelle eine Schicht Schwefelsäure, Salpetersäure oder Salmiak aus, je nachdem das Fell mehr oder weniger troken ist; für Kalbfelle bedient man sich einer Lösung von Alaun in Essig.

Die Farben werden mit Wasser, dem etwas Gummilak, Gummitraganth,