Text-Bild-Ansicht Band 88

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Payerne's Luftreinigung für Tauchergloken.

Das Verfahren die Luft in geschlossenen Räumen zu reinigen, so daß sie wieder athembar wird, welches wir im polytechnischen Journal Bd. LXXXV. S. 236 schon erwähnten, findet allgemeine Anerkennung. Es werde hier nur das Zeugniß angeführt, welches Generalmajor Pasley dem Erfinder desselben, Hrn. Dr. Payerne, ertheilt. Er verschaffte demselben Gelegenheit, einen zweiten Versuch zu Spithhead in der unter seiner Leitung verfertigten Tauchergloke zum Rettapparat des Royal-George anzustellen, und ließ sich zu wiederholtenmalen mit Hrn. Payerne in eine Tiefe von 72 bis 78 Fuß hinab; auch Lieutenant Hutchinson fuhr öfters mit hinab. Die Luft war immer sehr gut gereinigt. Durch dieses Verfahren wird sehr viel erspart. Nach dem bisherigen Verfahren nämlich, die Gloke mit frischer Luft zu versehen, bedurfte man zu Spithhead 8 Mann, um eine starke Luftpumpe beständig in Bewegung zu sezen und zwar so lange als die Gloke unter dem Wasser blieb, außerdem konnte unter der Gloke nicht geathmet werden. Das neue Verfahren aber reinigt die Luft auf chemische Weise, ohne sie zu erneuern; man bedarf zu demselben nur einer Luftpumpe, zu deren Behandlung 4 Mann genügen, und nur auf eine halbe Stunde, so oft die Gloke hinabgelassen wird, um die Luft aus dem untern Theil nach Maßgabe des Absteigens herauszutreiben. Wenn sie nachher auch 12 Stunden unter Wasser bleibt, so ist die Luftpumpe nicht mehr nothwendig. Ein Kästchen von kaum mehr als einem Kubikfuß enthält die Substanzen zur Verbesserung der Luft, deren die erwähnte Zeit hindurch 4 Menschen bedürfen. (Moniteur industriel, 16. April 1843.)

Das Verfahren Dr. Payerne's, die Luft in geschlossenen Räumen athembar zu erhalten, damit man ohne beständigen Zufluß frischer atmosphärischer Luft unter Wasser verweilen oder arbeiten kann, ließ sich in England William Viger's patentiren; das Mechanics' Magazine 1843, No. 1019 theilt Folgendes als den wesentlichen Inhalt der sehr langen Patentbeschreibung mit.

1) Das kohlensaure Gas, welches durch Athmen oder Verbrennung in geschlossenen Räumen entstand, wird der Luft durch gebrannten Kalk, welcher in seinem achtfachen Gewicht Wasser zerrührt ist, oder durch kaustisches Alkali entzogen. Die Luft des Zimmers wird durch diese Flüssigkeit mittelst eines Blasebalgs getrieben, dessen Röhre (Düse) beinahe bis auf den Boden des Gefäßes taucht, welches das Kalkwasser enthält. Für jede Person muß in der Minute ein Kubikfuß Luft gereinigt werden.

2) Das verzehrte Sauerstoffgas wird der Luft wieder ersezt; man bereitet solches durch Glühen von chlorsaurem Kali oder Braunstein und läßt es aus Gefäßen, worin es vorher comprimirt worden seyn kann, in das Zimmer strömen.

3) Die Luft in der Tauchergloke wird auf angegebene Weise von Kohlensäure befreit und der Taucher ersezt den verzehrten Sauerstoff aus einem Behälter, welcher comprimirtes Sauerstoffgas enthält.

Dr. Payerne's Verdienst besteht also lediglich in der Anwendung allgemein bekannter Verfahrungsarten zu einem allerdings sehr wichtigen Zwek.

Gediegenes Gold vom Ural.

Die größte Masse des natürlichen gediegenen Goldes, welche man bisher am Ural gefunden hatte, betrug 10 Kilogr.; die am 7. Nov. 1842 gefundene Masse wiegt fast viermal so viel, nämlich 36 Kilogr.

Unter den goldführenden Alluvionen von Miask in dem südlichen Theile des Urals, am asiatischen Abhange, haben die Minen von Zarevo-Nicolaefsk und von Zarevo-Alexandrowsk schon mehr als 6500 Kilogr. Gold geliefert. In dieser Alluvion fand man im J. 1826 die große Stufe von 10 Kil. und mehrere andere von 4 und 6 1/2 Kilogr. wurden einige Zolle unter dem Rasen aufgefunden. Seit 1837 schienen die Minen von Nicolaefsk und Alexandrowsk erschöpft und man suchte neue Fundorte in der Nachbarschaft, besonders längs des Baches Tachkou-Targanka. In diesen sumpfigen Ebenen reussirte man sehr gut und schon zu Anfang 1842 war das ganze Thal durchsucht, mit Ausnahme des einzigen Ortes, welcher durch die Gold-Waschwerke eingenommen war. Während des Sommers 1842 beschloß man, diese Werke zu zerstören; man fand darunter einen Sand von unermeßlichem Reichthume und endlich in einer Eke des Werkes selbst in einer