Text-Bild-Ansicht Band 95

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15 Theilen Blei, 2 Zinn und 1 Antimon. Die gehärteten oder verbleieten Gegenstände werden am besten noch warm auf galvanischem Wege verkupfert. (London Journal of arts, Febr. 1845, S. 16.)

Neues galvanisches Vergoldungs- und Versilberungs-Verfahren.

In der ersten Sizung der polytechnischen Gesellschaft zu Leipzig am 9. Januar d. J. beschrieb der Vorsizende, Hr. Mechanikus Emil Stöhrer das neueste Verfahren zur Vergoldung und Versilberung auf galvanischem Wege. Einleitend bemerkte er, daß die zeitherige Methode der galvanischen Ueberziehung mit edeln Metallen mit gutem Grunde in Verruf gekommen sey, da sie nicht haltbar und durch Reibung schon zu entfernen gewesen wäre, höchstens könnte sie für Gegenstände dienen, die bloß zum Ansehen bestimmt seyen. Gegenwärtig aber habe man einen ganz andern Weg eingeschlagen, der zu einem sicheren Ziele führe. Das entsprechende neue Verfahren bestände nämlich in der Anwendung eines um dreißigmal schwächeren galvanischen Stroms und ein einziges Element oder einige, je nachdem man vergolden oder versilbern wolle, genüge vollkommen; freilich entstände der Niederschlag nicht so schnell und man gebrauche dazu gegen drei Tage Zeit, was man früher in einer halben Stunde vollbracht habe, aber man erziele nun auch eine schöne matte Vergoldung oder Versilberung von einer beliebigen Stärke, die mit dem Polirstahle weiter behandelt werden könne, so gut wie jede andere. Zudem könne man zu besserer Anhaftung den zu belegenden Gegenstand vorher auch mit dem Quikwasser überziehen. Zur Bestätigung des Gesagten legte Hr. Stöhrer ein künstliches kupfernes, galvanisch stark versilbertes Ohr für Schwerhörige vor, dessen Inneres matt versilbert, die äußere Oberfläche aber mit dem Polirstahl blank gemacht war; dieselbe widersteht allen Einflüssen der Ohrfeuchtigkeit. Eine vorgelegte graduirte Kreisplatte zeugte von einer schönen matten Versilberung.

Um dieß neue Verfahren auszuführen, bedarf es nur einer einfachen Vorrichtung: eines entsprechend großen gläsernen Gefäßes mit der Auflösung des Cyangoldes oder Silbers; in die Flüssigkeit wird ein einziger Thoncylinder gestellt und derselbe mit verdünnter Schwefelsäure gefüllt, in diese wieder ein Zinkstreif getaucht, an dessen herausragendem Ende ein gebogener Kupferdraht befestigt ist, an dem das zu vergoldende oder versilbernde Stük in die Gold- oder Silberflüssigkeit hängt oder damit verbunden ist; diese muß bei fortgesezter Arbeit allerdings zuweilen erneuert werden. Der berühmte Gold- und Silberarbeiter Hossauer in Berlin, dessen galvanisch vergoldete Geschirre auf der Ausstellung Aufsehen erregten, bedient sich dieser einfachen Vorrichtung nicht, sondern eines einzigen Daniell'schen Elementes außerhalb des Vergoldungs-Gefäßes; die Poldrähte leitet er in dieses hinein und bringt mit dem einen den zu belegenden Gegenstand, mit dem andern ein Gold- oder Silberblättchen in Verbindung, wodurch die Wirkung eine fortgesezte wird, indem sich gerade so viel von dem Blättchen auflöst, als auf den Gegenstand niedergeschlagen wird. Hr. Stöhrer machte noch auf das beste Mittel, nämlich die Ueberziehung mit Silberbronze aufmerksam, um nichtleitende Oberflächen, z.B. Gyps für galvanoplastische Niederschläge leitend zu machen. Man bedient sich zu dieser Bronze-Auftragung am einfachsten eines weichen feinen Pinsels. (Deutsche Gewerbezeitg., Januar 1845, Nr. 9.)

Neue Anwendung der Elektricität in der Chirurgie.

Hr. Smee hat in seinen Vorlesungen über Chirurgie an der Aldergate Street School of Medicine eine neue Anwendung der Elektricität beschrieben. Bekanntlich dringen oft Nadeln und andere kleine stählerne Werkzeuge in den menschlichen Körper ein; dieselben lassen sich nach Smee leicht dadurch entdeken, daß man sie magnetisch macht. Folgender Auszug aus seinem Vortrage wird den modus operandi hinreichend erläutern:

„Bekanntlich stoßen sich bei den Magneten gleiche Pole ab, während sich ungleiche anziehen; man braucht daher ein eingeschlossenes Stükchen Stahl nur magnetisch zu machen, um nicht nur seine Gegenwart nachweisen, sondern auch durch die Polarität desselben seine Richtung bestimmen und durch die Stärke des