Text-Bild-Ansicht Band 97

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Lage, welche zu gleicher Zeit sowohl mit als ohne Dünger besäet wurden, gaben ganz verschiedene Resultate, welche Verschiedenheit von der Benuzung dieses Düngers, seiner Quantität und der Anwendungsart herrührten.

Wir glauben behaupten zu können, daß dieser Dünger sowohl an und für sich, als durch seine hygrometrische Kraft wirksam ist, daß er stimulirt, die Vegetation erregt und das Wachsthum befördert, indem er den Pflanzen assimilirbare Stoffe liefert; daß er ferner in gutem Erdreich ohne Vergleich mehr leistet, als in mittelmäßigem; daß er vorzüglich einem kräftigen, frischen, etwas trokenen Boden zusagen wird, weniger aber sehr leichtem und sehr trokenem, troz seiner hygrometrischen Eigenschaft; wir haben gefunden, daß er in feuchtem Boden die Entwikelung bis zur Ueppigkeit treibt und die Getreidearten und Futterkräuter dem Umlegen aussezt.

Er kann im pulverförmigen oder flüssigen Zustande, allein oder vermengt angewandt werden; vermengt läßt er sich in verschiedenen Bodenarten und zu verschiedenen Culturarten mit Vortheil anwenden.

Nur müssen wir auch bemerken, daß dieser Dünger nicht nachhaltig ist; wir glauben, daß er im Boden nicht mehr Nachhaltigkeit (durée) besizt, als der Staubmist (die Poudrette), nämlich ein Jahr; der Ertrag eines Jahrgangs wird durch ihn nahmhaft vermehrt, für den darauf folgenden Anbau (garnitures) ist er ohne Wirkung.

Im Pulverzustand scheint uns seine Anwendung nach dem Umgraben, vor oder nach der Saat, den Vorzug zu verdienen, und man wird ihn mit Vortheil auf angebautem Erdreich zur Zeit der ersten Entwikelung der Vegetation verwenden. Mit andern Substanzen vermengt, kann man ihn wie andern Dünger mit nicht geringerm Vortheil verwenden und in diesem Zustand wird er im Boden nachhaltiger seyn.

Unsern Versuchen zufolge glauben wir annehmen zu dürfen, daß 150 bis 200 Kilogr. des neuen Düngers auf die Hektare bei gewöhnlicher Lage hinreichen; bei leichtem, zartem Boden erhielten wir mit 150 Kilogr. schöne Resultate. Diese Quantität scheint uns bei gutem, wohl unterhaltenem Erdreich für Getreidearten, Oehlpflanzen und körnertragende Pflanzen im Allgemeinen die passende zu seyn; in geringeres Erdreich, welches zur Production erst erregt werden muß, würden wir mehr davon bringen. Breitet man ihn auf künstlichen Wiesen aus, wenn die Kräuter zu treiben anfangen, so genügt eine viel geringere Menge. Hr. Moisson verkaufte in den verflossenen Jahren das Kilogr. dieses Düngers zu 1 Fr.; in diesem