Text-Bild-Ansicht Band 97

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und Salpetersäure zurükbleibt, durch Digestion desselben mit Salpetersalzsäure unter Erwärmung gewonnen werden; das so aufgelöste Gold wird durch die bekannten Mittel gefällt und dann fein gemacht. Auch im Goldscheidewasser bleibt gewöhnlich noch ein unauflöslicher Rükstand, welcher, um das etwa darin enthaltene Gold oder Silber zu gewinnen, mit Kupfer- oder Schwefelkies geschmolzen und dann wie oben weiter behandelt wird.

Enthält der schwefelsaure Rükstand, welcher mit Bleiglätte oder Blei geschmolzen wird, viel Kupfer, so hat die erzeugte Legirung einen solchen Gehalt an diesem Metall, daß dessen Gewinnung der Mühe lohnt; zu diesem Behuf wird die Legirung den bekannten Processen der Saigerung und Darrung oder Reinigung unterworfen. Man erhält dadurch gold- und silberhaltiges von Kupfer beinahe vollkommen freies Blei; dieses wird, um das Gold und Silber zu gewinnen, kupellirt und das dabei erhaltene Kupfer dem Gahrmachungsproceß unterworfen.

Silber oder Gold, oder beide, kann man auch aus dem sogenannten „rükständigen Schwarzkupfer“ erhalten, durch Schmelzen desselben (ohne vorgängiges Rösten) mit Blei oder Bleiglätte und Behandlung der erhaltenen Legirung nach dem für die Legirung aus dem schwefelsauren Rükstand vorgeschriebenen Verfahren. Doch ist obiges Verfahren vorzuziehen, weil dabei viel weniger Blei verloren geht.

Das aus dem geschwefelten Material erhaltene schwefelsaure Kupfer dient zur Gewinnung metallischen Kupfers. Diese kann durch die verschiedenen bekannten Verfahrungsweisen bewerkstelligt werden; das beste Verfahren ist aber, den Kupfervitriol mit Stein, Concentrationsstein oder Kupferkönig zu vermengen; durch Schmelzen dieses Gemenges wird Schwarzkupfer erhalten, welches sich zum Gahrmachen eignet. Man nimmt zur Vermengung mit Stein so viel Material, daß darin zweimal so viel Kupfer enthalten ist, als im Stein; verwendet man Concentrationsstein oder Kupferkönig so soll der Vitriol ungefähr eben so viel Kupfer enthalten als der Zusaz.

Die mit Wasser zu verdünnende Schwefelsäure zum Auslaugen des geschwefelten Materials kann man durch Zersezung des Kupfer- und Eisenvitriols gewinnen, die bei diesem Verfahren erhalten werden. Man sezt sie zu diesem Behufe (in irdenen Retorten oder Oefen) einer starken Rothglühhize aus und concentrirt die abdestillirte Schwefelsäure in geeigneten Gefäßen. Der Rükstand enthält Kupfer- und Eisenoxyd und gewöhnlich auch basischschwefelsaures Kupfer und Eisen und ist statt schwefelsauren Kupfers zum Schmelzen mit dem