Text-Bild-Ansicht Band 97

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welche mit einem Reservoir endet, worin sich das Queksilber sammelt, wenn es durch zu schnelles Einlassen von Dampf aus dem Instrument geschleudert wurde. Das so construirte Instrument kann unmittelbar graduirt werden, wie ein gewöhnliches offenes Manometer, ohne daß Vergleichungen nothwendig wären. Der Genauigkeit wegen kann man auch noch das Gewicht der Wassersäulen in Rechnung bringen, welches jedoch nur einen sehr unbedeutenden Einfluß hat. Es scheint uns, daß dieses Instrument von großer Wichtigkeit ist, besonders für Locomotiven und Schiffsmaschinen mit Hochdruk, für welche bisher noch ein guter Anzeiger des Dampfdruks fehlte.

Die Anzahl der von Hrn. Richard ausgeführten Manometer beläuft sich schon auf 261, nämlich für feststehende Maschinen 220, für Schiffsmaschinen 30, für Locomotiven 11; gegen 200 sind für verschiedene Etablissements noch bestellt.

Beschreibung des offenen Manometers. – Fig. 59 stellt das vollständig zusammengesezte Manometer von der Seite gesehen dar, an welcher sich die Scala befindet; leztere ist so angebracht, daß man sie beständig im Auge behalten kann.

Fig. 60 ist eine Seitenansicht, senkrecht auf Fig. 59.

Fig. 61 horizontaler Durchschnitt nach der Linie 1–2.

Fig. 62 anderer horizontaler Durchschnitt nach der Linie 3–4.

Fig. 63 verticaler Durchschnitt durch die Mitte des Apparats.

Fig. 64 Ansicht von hinten, also der Ansicht Fig. 59 entgegengesezt.

Fig. 65 horizontaler Durchschnitt nach der Linie 5–6.

Fig. 66 Durchschnitt der Dampfzulassungsröhre und des Hahnes.

Das Instrument wird mit dem Dampfkessel durch eine kupferne Röhre a, Fig. 66, in Verbindung gesezt, welche mit einem Hahn bversehen ist, mittelst dessen man die Verbindung beliebig unterbrechen kann. Ist dieser Hahn offen und der Kessel in Thätigkeit, so tritt der Dampf durch ersteren in die verticale Röhre c, deren oberer Theil, welcher einen größeren Durchmesser hat und mit Wasser gefüllt ist, auf den unteren mit Queksilber gefüllten Theil aufgeschraubt ist.

Diese Röhre, welche unten, wie Fig. 64 zeigt, gebogen ist, geht wieder in die Höhe und bildet den zweiten Arm d, der oben wieder umgebogen ist und den dritten Arm e bildet, welcher eben so hoch wie der erste in die Höhe steigt, dann mit dem vierten Arm f vereinigt ist, und so fort bis zum sechsten Arme g Dieser leztere erhebt sich nicht ganz bis zur halben Höhe des Instruments, wo er etwas gebogen ist und sich an die Glasröhre anschließt, welche dazu dient den Dampfdruk anzuzeigen.