Text-Bild-Ansicht Band 98

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Vorschlag zur Verhinderung der Dampfkessel-Explosionen.

Man kann annehmen, daß bei den meisten Dampfkessel-Explosionen das Sicherheitsventil seine Dienste versagte. Das Princip zwei Sicherheitsventile auf jedem Kessel anzubringen, welches jezt die meisten Ingenieure angenommen haben, betrachte ich als eine weise Vorsichtsmaaßregel, wodurch in manchen Fällen eine Explosion vermieden werden dürfte; nach meiner Ansicht läßt sich jedoch die Gefahr nicht nur vermindern, sondern auch ganz beseitigen. Das allgemein gebräuchliche Sicherheitsventil ist ein Kegel, mit einem Winkel von 30–40 Graden, in einen Siz von demselben Winkel eingeschliffen, mit einer Höhlung von einem halben Zoll. Der Grund, daß dieses Ventil verhindert wird sich zu heben und als Sicherheitsventil zu wirken (wenn der Druk des Dampfs gleich ist dem am Ventil angebrachten Gewicht und sogar größer), kann offenbar nur die Adhärenz zwischen dem Ventil und seinem Siz seyn, welche auf folgende Weise verursacht wird: eine Quantität fester Substanz, welche ursprünglich im Wasser aufgelöst war, bildet zwischen dem Ventil und seinem Siz einen Niederschlag und troknet (bei schwachem Dampfdruk, während das Ventil geschlossen ist) ein; die Adhärenz zwischen dem Ventil und seinem Siz wird dadurch so groß, daß sie durch einen gewöhnlichen Dampfdruk nicht mehr überwunden werden kann. Auf folgende Weise ließe sich aber verhindern, daß das Ventil stationär wird, es mag geschlossen oder offen seyn.

Der Ventilstiel muß natürlich unten und oben so angeordnet seyn, daß das Ventil stets unvermeidlich dicht schließend in seinen Siz fällt; unmittelbar über dem Ventil, auf demselben Stiel, wird ein Zahnrad befestigt, welches im Durchmesser beiläufig einen Zoll breiter als das Ventil ist; man bringt dann auf einer Seite ein Getrieb an, welches in das Rad eingreift; das Getrieb muß so lang seyn, daß das Rad, selbst wenn das Ventil auf seiner größten Höhe ist, noch mit dem Getrieb in Eingriff ist. Oben auf der Spindel des Getriebs, welche durch die Kappe des Sicherheitsrohrs geht, kann ein Rad befestigt werden, auf welches eine endlose Schraube wirkt, die durch eine unbedeutende Kraft um-getrieben wird; die Bewegung, welche das Ventil nöthigt zu rotiren, kann nämlich so ungemein schwach seyn, daß ein Fächer, worauf die Luft in der Seite des Schornsteins wirkt, dazu vollkommen hinreicht. J. B. (Repertory of Patent-Inventions, August 1845, S. 132.)

Ueber die Bildung lufthaltiger Queksilberblasen.

Läßt man einen Strahl Wasser auf den niedrigsten Rand einer geneigten Queksilberschicht fallen, welche 1½ bis 2 Zoll hoch mit Wasser bedekt ist, indem man die Vorkehrung trifft, daß der von einer gewissen Höhe herabkommende Strahl, während er sich ausbreitet und auf die Queksilber-Oberfläche stoßt, eine gehörige Menge Luft einschließt, so gewahrt man Kugeln dieses Metalls auf dem Wasser schwimmend, welche gerade so aussehen, als bestünden sie aus einem dünnen Blatt eines festen Metalls. Gewöhnlich steigen diese Kugeln an die Oberfläche des Wasserbades, wodurch man sich überzeugen kann, daß sie Luft enthalten. Manchmal aber bleiben sie ganz unter dem Wasser und rollen über die Oberfläche des Queksilbers; wenn sie plazen, entweicht Luft aus ihnen. Ich sah aber auch solche unter dem Wasser auf der Oberfläche des Queksilbers rollen und ohne alle Gasentwiklung verschwinden.

Bei dem mir zu Gebot stehenden Wasserstrahl, welcher unregelmäßig auslauft, können die Queksilberkügelchen einen Durchmesser von etwa 1½ Centimeter (6½ Linien) erreichen. Sie sind beständig genug, um sie mittelst einer Untertasse aus dem Wasser nehmen und ein paar Secunden lang betrachten zu können. Ich wog das Queksilber von 1–1½ Centimeter diken Kugeln; sein Gewicht wechselte von 200 bis 400 und 500 Milligrammen. Diese Erscheinung hat viel Aehnlichkeit mit den Seifenkugeln.

Ich werde nun einige Versuche anführen, welche die Weise, wie sie sich bilden, zu erklären beitragen. Wenn man atmospärische Luft, Kohlensäure, Wasserstoffgas und wahrscheinlich irgend eine Gasart durch Queksilber streichen läßt und sich hiezu einer sehr engen Entbindungsröhre bedient, so geht das Gas aus dem Queksilber in die Luft erst dann über, nachdem es sich eine Zeitlang auf der Oberfläche des Queksilbers aufgehalten hat, d. h. es bildet sich auf der Oberfläche