Text-Bild-Ansicht Band 100

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Ueber eine leicht auszuführende Verkleinerung dicker Zinkplatten.

Dr. Waidele gab in Grätz ein höchst einfaches praktisches Verfahren an, dicke Zinkplatten ohne Anwendung von Schneidwerkzeugen zu verkleinern, das seiner leichten Ausführbarkeit und Vortrefflichkeit wegen besonders von denjenigen, die sich mit galvanoplastischen Versuchen beschäftigen, naher gekannt zu werden verdient. Denn wenn auch das dünne gewalzte Zinkblech mit einer Blechschere sich leicht zerschneide ' läßt, so braucht man doch zu den meisten galvanisch-elektrischen Versuchen viel lieber, schon wegen seiner längeren Dauer, ein etwas dickeres, meist gegossenes Blech, das sich aber mit der gewöhnlichen Blechschere nicht mehr bewältigen läßt.

Aus der großen Brüchigkeit des amalgamirten Zinks zog nämlich Dr. Waidele den Schluß, daß durch eine partielle Amalgamation derjenigen Linien, nach welchen der Bruch der Zinkplatten geschehen sollte, dieß mit großer Leichtigkeit müsse bewerkstelligt werden können Zu dem Ende befettete er mittelst eines mit etwas Talg getränkten wollenen Lappens die Zinkplatte in der Richtung, nach welcher die Trennung erfolgen sollte, und zwar in der Form eines etwa daumenbreiten Streifens, ritzte dann mit einem spitzigen Instrument, etwa mit einer zugespitzten Feile, nach einem angelegten Lineal, in jener gefetteten Stelle der Platte, eine bis in das Metall eindringende Linie. Indem er nun, mittelst eines gewöhnlichen kleinen Haarpinsels diese geritzte Linie mit etwa vier- bis sechsfach verdünnter Schwefelsäure überfuhr, ätzte er dieselbe an. Ließ er nun in das obere Ende dieser geätzten Linie einen Quecksilbertropfen fallen, den er durch schwache Neigung der Zinkplatte bis an das entgegengesetzte Ende dieser Linie herablaufen ließ, so sah er diese Linie, ihrer ganzen Länge nach, sich vollkommen amalgamiren und das Quecksilbertröpfchen in wenig Augenblicken so stark in die Masse des Zinkblechs eindringen, daß dieses längs der ganzen Linie äußerst brüchig erschien. Legte er nun die so vorgerichtete Platte an die Kante eines Tisches, längs der Trennungslinie, fest an, so vermochte er durch einen andauernden, mäßig stark geführten Druck auf den die Tischkante überragenden Theil der Platte diese mit großer Leichtigkeit zu zerbrechen, wobei die Trennungsfläche in den meisten Fällen so glatt und scharf erschien, als ob die Zinkblechtafel mit einer Schere behandelt worden wäre. Auf diese Weise hat Waidele Zinkplatten von 1–2 Linien Dicke mit großer Leichtigkeit in jedem gewünschten Format verkleinert. (Böttger's Notizblatt.)

Zinkdraht ohne Gefahr zu biegen.

Man erwärmt den Zinkdraht bis zum Siedpunkt des Wassers. Er läßt sich dann ohne Gefahr biegen. (Leuchs polyt. Ztg.)

Entfuselung des Weingeistes.

Diese gelingt nach Zachau am besten auf folgende Weise: ein Oxhoft stark fuseligen Weingeistes wird nebst einem Quart (= 2 Pfd.) Seifensiederlauge in die Destillirblase gethan, hierauf ein durchlöcherter kupferner Cylinder mit 8 Pfund gröblich zerstoßener, von Staub befreiter Holzkohle und der Helm aufgesetzt und destillirt. (Archiv der Pharmacie, Bd. 39 S. 31.)