Text-Bild-Ansicht Band 100

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man verschließt dann das Loch und macht das Gefäß mittelst einer Luftpumpe luftleer, die mit dem Hahn j communicirt; hierauf kann man die Kammer wie vorher am Gefäß anbringen. Will man einen Theil der im Gefäß enthaltenen Substanz herausnehmen, so bringt man an dem Hahn i eine Luftpumpe an und zieht die Luft in der Kammer h aus; dann zieht man den Schieber f zurück, worauf die Substanz herabfällt und den luftverdünnten Raum ausfüllt; der Schieber wird dann wieder vorwärts gestoßen, um das Loch in dem Boden zu bedecken und die so in der Kammer h abgesetzte Substanz kann weggenommen werden. Es ist wohl unnöthig zu bemerken, daß der Sack d sich ausdehnen und den von der Substanz, welche aus dem Gefäß a genommen wurde, leergelassenen Raum ausfüllen wird. Auf diese Weise können Vegetabilien jeder Art, ferner Butter, Speck etc. lange Zeit frisch und rein erhalten werden.

Um das Füllen der oben erwähnten Fässer zu erleichtern, kann man an der Oeffnung, welche die Luft zuläßt, eine Luftpumpe befestigen und den biegsamen Sack oder die Luftkammer schnell auspumpen.

XLIV. Ueber die klebrige Gährung des Biers; von Calvert.

Aus dem Journal de Pharmacie, Febr. 1846, S. 92.

Vor einiger Zeit hatte ich Gelegenheit über verschiedene Ursachen der Veränderung des Biers und namentlich über eine Krankheit desselben, welche sich häufig bei seiner Fabrication nach Pariser Art einstellt, Beobachtungen zu machen. Es ist diejenige, durch welche das Bier klebrig, trüb und spinnend wird. Ich halte es hienach für wahrscheinlich, daß die Bierwürze, wenn ihre Gährung verzögert wird, nach und nach eine klebrige Gährung durchmacht, und im allgemeinen, daß jedesmal, wenn eine zuckerhaltige Flüssigkeit, anstatt in rasche oder geistige Gährung überzugehen, nur eine langsame Gährung durchmacht, diese Gährung alsdann nothwendig die klebrige ist, wobei sich Buttersäure oder Milchsäure bildet. Um auf die Ursachen zurückzugehen, welche die Gährung des Biers verzögern konnten, untersuchte ich den Stärkmehlsyrup, wovon die Bierbräuer in Paris ihrer Würze eine bedeutende Menge zusetzen, und wobei ich zu meiner Verwunderung fand,