Text-Bild-Ansicht Band 100

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Auf dieses Wasser legt Käppelin so viel Werth, als Sennefelder auf das Erwärmen der Zinkplatten gelegt hat. (Kunst- und Gewerbeblatt, Febr. 1846.)

Kreide als Schutzmittel für den kupfernen Schiffsbeschlag.

In einer Versammlung der asiatischen Gesellschaft zeigte der Vorstand Hr. Karl Hufnagel ein merkwürdiges Kupferblech vor, welches an dem Dampfschiff Hindostan in England angebracht worden war und seitdem man es befestigte, hatte das Schiff über 100,000 Meilen zurückgelegt; das Kupfer war mit Kreide überzogen worden, in welche man Worte eingeschrieben hatte, die man noch deutlich lesen konnte; das Kupfer unter der Kreide hat die ursprüngliche Dicke, während es sonst allenthalben durch die Reibung auf seiner Oberfläche abgenutzt ist. Seit dieser interessanten Entdeckung haben die Eigenthümer des Schiffs Aeneas den ganzen Kupferbeschlag desselben mit Kreide überzogen, in der Hoffnung es dadurch zu coserviren. (Chemical Gazette, Mai 1846, Nr. 85.)

Ueber Mittel der Erkrankung der Arbeiter in Zündhölzchenfabriken vorzubeugen.

Im polytechn. Journal Bd. C S. 69 wurde eine Abhandlung von Dr. Russel „über die Krankheiten der Arbeiter in Zündhölzchenfabriken und die Mittel denselben vorzubeugen“ mitgetheilt; die dort angegebenen Maaßregel scheinen mir nicht hinreichend, obschon ich der theilweisen Zweckmäßigkeit derselben beipflichte, und besonders eine gute Ventilation für sehr nützlich erachte, da eine solche unerläßlich ist, um die durch die allmähliche Verbrennung des Phosphors nach und nach ihres Sauerstoffs beraubte und dadurch verdorbene Luft stets durch frische zu ersetzen. Ueberdieß dürfte es aber unumgänglich nöthig seyn, für stete Beseitigung der Phosphordämpfe zu sorgen, und ich schlage zu diesem Zweck das Ammoniak vor, indem dasselbe als gasförmiger und basischer Körper im Stande ist, die durch die Verbrennung des Phosphors an der Luft sich bildenden Dämpfe von phosphoriger Säure zu binden und damit unschädliche Verbindungen von phosphorigsaurem und phosphorsaurem Ammoniak zu bilden.

Deßfallsige Versuche haben diese Annahme vollkommen bestätigt; in einem verschlossenen Zimmer wurde Phosphor der langsamen Verbrennung so lange ausgesetzt, bis die darinnen verweilenden Phosphordämpfe ziemlich lästig fielen und hierauf flüssiges Ammoniak in Schalen aufgestellt, wo dann nach kurzer Zeit nur mehr schwach der eigenthümliche Geruch des verbrennenden Phosphors wahrgenommen werden konnte (von Ammoniak war fast nichts zu riechen); während durch Ventilation allein es nicht möglich war eine solche vollkommene Beseitigung der Phosphordämpfe zu bezwecken Vielleicht wäre das Ammoniak für sich allein schon im Stande den Krankheitserscheinungen in den Zündhölzchenfabriken vorzubeugen.

Jedenfalls ist es des Versuches werth, in den mit gut eingerichteter Ventilation versehenen Arbeitssälen mehrere Schalen oder Teller mit flüssigem Aetzammoniak, oder wohlfeiler solche mit einem befeuchteten Gemenge von Salmiakpulver und Aetzkalk oder auch Kreide so aufzustellen, daß sie von den Arbeitern etwas entfernt zu stehen kommen, und dieselben jedesmal zu erneuern, wenn keine starke Entwicklung von Ammoniak mehr stattfindet.

F. Roder,
Apotheker zu Lenzburg im Kanton Aargau.