Text-Bild-Ansicht Band 103

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mit etwas atmosphärischer Luft oder Stickgas aus dem Wasser. Leitet man durch eine weißglühende enge Platinröhre Wasserdampf, so erhält man durch Zersetzung des Wassers einen Strom Sauerstoff-Wasserstoffgas.

Es ist Prof. Grove mittelst eines neuen aber einfachen Apparats auch gelungen, einen Strom Sauerstoff-Wasserstoffgas durch einen Eisendraht hervorzubringen, welcher durch die Elektricität im Wasserdampf weißglühend gemacht worden ist. (Annales de Chimie et des Physique, Febr. 1847, S. 253.)

Verfahren das Eisen gegen Rost zu schützen.

Zeni empfiehlt zu diesem Zweck 80 Theile sehr fein gesiebtes Ziegelsteinpulver, welches man mit 20 Th. Bleiglätte vermengt. Das Gemenge wird auf einer Steinplatte mit Leinöl zu einem dicken Teig angerieben und mit Terpenthinöl verdünnt. Vor der Anwendung dieses Firnisses muß das Eisen, selbst wenn es neu ist, ganz blank geputzt werde. Zeni behauptet, daß Eisen, welches zweimal mit diesem Firniß angestrichen wurde, als man es einige Zeit lang täglich der Einwirkung des Meerwassers aussetzte, ganz frei von Rost blieb, (Chemical Gazette, December 1846, Nr. 100.)

Ueber die Reduction der Eisenoxydsalze durch Zink.

Metallisches Zink verwandelt die Eisenoxydsalze in Oxydulsalze und schlägt zugleich metallisches Eisen nieder, oft in glänzenden Schuppen. Nach Poumarède beträgt letzteres ein Drittel von dem in der Auflösung zurückbleibenden, indem die Reaction nach folgender Formel stattfindet:

SFe²O²⁴ + Zn⁶ = 3SFe²O⁴ + 3SZn²O⁴ + Fe².

Wenn man die Mischung von Oxydulsalzen, welche nach der ersten Reduction bleibt, wieder in Oxydsalze verwandelt, kann man neuerdings eine Quantität metallisches Eisen niederschlagen und durch Wiederholung dieser Operationen läßt sich nach und nach alles Eisen aus einer Auflösung fällen.

Wenn man schwache Auflösungen anwendet, entbindet sich gewöhnlich etwas Wasserstoffgas, weil durch das frei gewordene Eisen Wasser zersetzt wird; deßhalb ist auch das Zink immer mit einer dünnen Schicht Eisenoxyd überzogen.

Nach Poumarède liefern die Auflösungen von Nickel, Mangan und sogar Thonerde ähnliche Resultate. (Journal de Pharmacie, Nov. 1846.)

Leichte Methode Jodkalium zu bereiten.

Pypers erwärmt eine Mischung von 100 Theilen Jod, 75 kohlensaurem Kali, 30 Eisenfeile und 120 Wasser. Die Masse wird dann eingedampft und zum Rothglühen erhitzt; das erhaltene röthliche Pulver behandelt man mit Wasser, filtrirt die Auflösung und dampft sie zur Trockniß ein. 100 Th. Jod liefern 135 sehr weißes, aber schwach alkalisches Jodkalium. (Journal de Chimie médicale, Dec. 1846.)

Methode Retorten und Glasgefäße zu reinigen.

Beim Reinigen gläserner Gefäße mit Sand ist man der Gefahr ausgesetzt, daß sie durch Quarztheilchen Ritze bekommen und in Folge davon springen. Da Schrote aus bekannten Gründen zu diesem Zweck ganz zu verwerfen sind, so empfiehlt Hr. Reinsch Kohlenstückchen von beiläufig der Größe einer Erbse, welche eben so wirksam