Text-Bild-Ansicht Band 104

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Mittel ihr Herunterfallen zu verhindern, sie durch Aschenkästen aufzuhalten; diese haben aber die Nachtheile dem Zug hinderlich zu seyn, sich zu nahe am Boden zu befinden, die Abnützung der Roststangen zu beschleunigen, die Reinigung des Rostes zu erschweren und dem Locomotivenführer in den Fällen, wo er es für nothwendig erachtet sein Feuer ungesäumt auszuwerfen, sehr hinderlich zu seyn.

Doch wäre es nicht unmöglich, eine Vorrichtung zu erfinden, welche wenigstens zum Theil von diesen Mängeln frei ist, und dann wäre es von sehr großem Vortheil Aschenkästen anzuwenden, weil sie das Ausfallen glühender Kohlen verhindern würden. Beim jetzigen Zustand der Dinge aber glaubt die Commission nicht, daß ihre Anwendung vorgeschrieben werden soll und kann nur empfehlen, deßhalb die Resultate längerer Erfahrung abzuwarten.

(Der Schluß folgt im nächsten Heft.)

  Miscellen.

Ueber einen Apparat um Felsen oder Mauerwerk unter Wasser auszuziehen, welcher im J. 1846 im Hafen zu Croisic angewandt wurde; von Hrn. de la Gournerie, Brücken- und Straßenbau-Ingenieur.

Der Verf., mit der Verbesserung des Hafens von Croisic (Depart. der unteren Loire) beauftragt, beabsichtigte vorzüglich die Beseitigung der Felsen zu erleichtern, welche bei Ebbe dem Fahrwasser dieses Hafens im Wege stehen. Diese Arbeit hatte sehr große Schwierigkeiten, weil bei eintretender Ebbe oder Fluth die Geschwindigkeit des Fahrwassers immer 2 bis 3 Meter betrug und dadurch die Minenlöcher unaufhörlich von dem Sand, den es mit sich führt, verstopft und die Felsen stets davon bedeckt wurden. Ferner verhinderte der Umstand, daß während der Fluth der Durchgang ganz frei gelassen werden mußte, damit die Schiffe ein- und ausfahren konnten, die Anwendung befestigter Arbeitsbrücken (appontements) oder von Pfahldämmen (batardeaux de marée), und andererseits konnte man wegen des raschen Laufs des Stroms und der Tiefe des Wassers die Brückenschiffe nicht anwenden.

Tauchapparate allein konnten ein leichtes und schnelles Herausnehmen möglich machen; doch mußte, da die gewöhnliche Taucherglocke nur eine kleine Anzahl Arbeiter aufnimmt, zu andern Mitteln geschritten werden. Aus einer Abhandlung Coulomb's schöpfte der Verf. die Idee zu seinem Verfahren, welches mit dem Triger'schen Apparat mit comprimirter Luft32) viele Aehnlichkeit hat.

Der Coulomb'sche Apparat bestand in einer Art prismatischen Brückenschiffs (ponton) von Holz, mit drei Abtheilungen, deren beide äußersten oben offen und zum Theil mit Wasser und Ballast angefüllt waren, die mittlere aber oben geschlossen und unten offen war. Dieses Brückenschiff wurde über den zu entfernenden Felsen gebracht und mußte, wenn das Wasser sank, niedersinken und sich auf den Grund herablassen. Alsdann hätten sich die Arbeiter auf einem falschen Boden in die mittlere Abtheilung begeben müssen, welche sich über ihnen wieder geschlossen hätte; hierauf wäre mittelst eines Gebläses Luft eingeblasen worden. Durch den in dieser

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Polytechn. Journal Bd. XCX S. 199.