Text-Bild-Ansicht Band 104

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bildet und ein noch besseres Resultat erzielt wird.) In diese Auflösung bringt man die gebrannten Gypsstücke, welche davon ganz bedeckt seyn müssen, und läßt sie so lange darin liegen, bis sie durch und durch damit getränkt sind. Die Gypsstücke kommen dann sechs Stunden lang in einen Ofen, welcher auf die bei Tageslicht sichtbare Rothglühhitze geheizt ist; man nimmt sie nach dieser Zeit aus dem Ofen, läßt sie erkalten und pulverisirt sie wie andere Cemente. (Repertory of Patent-Inventions, Septbr. 1846.)

Siret's Verfahren ein aus Runkelrüben, Kartoffeln und Kleie zusammengesetztes Brod zu bereiten.

Hr. Siret, Apotheker zu Meaux, hat der franz. Akademie der Wissenschaften Proben von diesem Brod überschickt, wovon das Kilogramm nur auf 22 Centimes zu stehen kommt.

Man nimmt 100 Pfd. abgepreßte Runkelrüben (Treber derselben), 50 Pfd. gedämpfte Kartoffeln und setzt 200 Pfd. Weizenkleie zu. Diese drei Substanzen werden vermengt und in Kuchen geformt, welche man über einem Backofen oder in einem geheizten Zimmer trocknen läßt. In fünf Stunden ist das Ganze vollkommen trocken. Man zerstößt dann die Kuchen und läßt sie in einer Mühle mahlen. Man erhält ein feines Mehl von angenehmem Geschmack, welches der Bäcker mit Hefe und Wasser bei 24° R. Temperatur knetet. (Comptes rendus, März 1847, Nr. 10.)

Brodbereitung ohne Sauerteig.

Die in München erscheinende Neue medicinisch-chirurgische Zeitschrift gibt nach der Medical Times folgende Notiz über die hygienischen Vortheile einer neuen Brodbereitung ohne Sauerteig: „Der ungenannte Verfasser schlägt statt des letztern kohlensaure Soda und Salzsäure vor. Er gibt folgende Formel an: Roggenmehl 3 Pfd., kohlensaure Soda 2 Drachm., Salzsäure 5 Drachmen und 25 Tropfen, Wasser 30 Unz., Salz 2/3 Unzen. Das auf diese Weise bereitete Brod enthält nur Mehl, Kochsalz und Wasser, schmeckt sehr angenehm, hält sich länger als das gewöhnliche, wird leichter verdaut, erzeugt keine Säure, keine Gährung im Magen, und eignet sich insbesondere für Individuen, welche an Kopfschmerzen, Flatulenz, saurem Aufstoßen, Schmerzen in der Herzgrube, Gicht und Steinbildung leiden; auch hält er es für nützlich in mehreren Hautaffectionen. Die schnelle Bereitungsart desselben würde einer Menschenclasse die Entziehung des Schlafes ersparen; es würden 10 Proc. Mehl erspart. Bei dem gewöhnlichen Verfahren wird eine Menge Zuckerstoff des Mehls zur Bildung von Kohlensäure verwendet, was durch die neue Methode ohne diesen Verlust eben so vollständig erreicht wird.“ (Diese und analoge Verfahrungsarten zur Bereitung von Brod ohne Sauerteig wurden längst in England patentirt und im polytechn. Journal mitgetheilt.)

Ueber die Kartoffelkrankheit.

Die Beilage zur Allgemeinen Zeitung vom 29. und 30. März d. J. enthält einen Aufsatz über die Kartoffelkrankheit, dessen Verfasser, ein ausgezeichneter Botaniker, die Grundursache dieser Krankheit in einem eigenthümlichen Pilze (Schimmelpilz) findet34), auf ähnliche Art wie dieß beim Roste des Getreides, beim Brand im

34)

Man vergleiche: über die Trockenfäule der Kartoffeln von Hofr. v. Martius im polytechn Journal Bd. LXXXVI S. 385.