Text-Bild-Ansicht Band 104

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Aetzen auf Elfenbein.

Aus englischen Journalen theilen die Wiener Jahrbücher über das Aetzen auf Elfenbein Folgendes mit: Das gewöhnliche Verfahren, um Elfenbein mit schwarzen Zeichnungen zu verzieren, besteht darin, diese Zeichnungen in das Elfenbein zu graviren und dann mit einem harten schwarzen Firnisse anzufüllen. Um solche Verzierungen feinerer Gattung, die oft sehr gesucht sind und es noch mehr wären, wenn die Art ihrer Herstellung sie nicht so kostspielig machte, zu verfertigen, schlägt man in England vor, das Elfenbein mit Aetzgrund zu überziehen, mit der Radirnadel in denselben zu zeichnen und dann mit einer Flüssigkeit zu ätzen, welche aus 120 Gran feinem Silber, in einer gemessenen Unze Salpetersäure aufgelöst, und mit 1 Quart destillirtem Wasser verdünnt, besteht. Nach einer halben Stunde (mehr oder weniger, je nachdem die Farbe dunkler oder heller seyn soll) gießt man die Flüssigkeit ab, wäscht die geätzten Züge mit destillirtem Wasser rein und trocknet sie mit Fließpapier. Eine Stunde lang wird nun die Zeichnung dem Tageslichte, am besten unmittelbar den Sonnenstrahlen ausgesetzt, worauf man den Aetzgrund durch Terpentinöl wegschafft. Die Zeichnung erscheint jetzt auf dem Elfenbeine mit schwarzer oder schwarzbrauner Farbe, welche nach einem oder zwei Tagen erst ganz dunkel wird. Andere Farben kann man hervorbringen, indem man statt des salpetersauren Silbers, eine Auflösung von Gold oder Platin in Königswasser, oder von Kupfer in Salpetersäure anwendet.

Verbesserte chemische Apparate, von Thomas Taylor.

Hr. Th. Taylor theilte der chemischen Gesellschaft zu London einige Verbesserungen in der Form chemischer Apparate mit, welche er anzuwenden pflegt. Die erste betrifft eine Methode die Mündung von Flaschen zu verschließen, welche man zur Bereitung von Gasarten anzuwenden beabsichtigt. Man schleift zuerst den obersten Rand der Flasche schwach ab, um eine wagrechte Fläche zu erhalten; dann bringt man ein Stück Kautschukblatt zwischen den Flaschenhals und eine Holzscheibe von der Größe des Flaschenhalses um letztere dicht niederzuhalten, benutzt man eine kleine Querstange, durch deren Mitte eine Druckschraube geht und Korke welche unter den Rand des Halses hinabgesteckt werden; die Glasröhren werden durch die hölzerne Scheibe in die Flasche gesteckt und dann verkittet. Wenn man kleine Flaschen anwendet, braucht man nur eknen Bindfaden dicht über den oberen Rand und um den Hals herumzuziehen.

Die zweite Verbesserung betrifft eine Methode Kapellenproben zu machen, indem man die Muffel durch zwei Graphittiegel ersetzt, deren Mündungen stach auf einander geschliffen wurden; in dem oberen Tiegel macht man eine Oeffnung in dem aufwärts gekehrten Ende, und eine halbkreisförmige Oeffnung an dem oberen oder unteren Rand. Bei der Anwendung wird der untere Tiegel mit Sand beinahe angefüllt, auf die Stangen des Ofens gestellt und auf die niedrige Rothgluth gebracht; hierauf stellt man die Kapelle mit dem zu behandelnden Material hinein und bedeckt sie mit dem andern Tiegel so, daß die seitliche Oeffnung der Ofenthür gegenüber ist. Nachdem die Hitze gesteigert worden ist, öffnet man die Ofenthür und schiebt die Kohlen behutsam vor der halbkreisförmigen Oeffnung weg, damit die Luft Zutritt erhält. Auf diese Weise kann man Kapellen von demselben Durchmesser wie die Tiegel anwenden. (Chemical Gazette, 1847, Nr. 107.)

Wirkung des Aetznatrons auf Gefäße aus Steinzeug.

Hr. Trenham Reeks wurde darauf aufmerksam, als er eine große Menge Thonerde bei der Analyse einiger Bronzen und Eisenerze fand. Bei der Untersuchung der angewandten Reagentien ergab sich, daß diese Thonerde im Aetznatron aufgelöst war, welches man einige Zeit in einem Krug aus Steinzeug aufbewahrt hatte; das