Text-Bild-Ansicht Band 107

Bild:
<< vorherige Seite

Silbers und Goldes, welche sich im Erz befanden; dieselben werden dann auf gewöhnliche Weise vom Blei geschieden. Anstatt Bleiglanz kann man auch Bleiglätte anwenden, wo man dann das Eisen wegläßt, der Bleiglanz ist aber vorzuziehen. Der erhaltene Concentrationsstein wird so behandelt, wie ich es in meinem Patent vom J. 1846 angab. Erze, welche Silber oder Gold, oder beide enthalten, aber kein Kupfer, oder worin das Kupfer nicht als Schwefelkupfer vorkommt, versetze ich mit Kupferkies im Verhältniß von 4 Cntr. auf 16 Cntr. Erz und behandle sie auf angegebene Weise, d.h. ich bringe das Metall in den Zustand von Concentrationsstein und schmelze denselben dann mit Bleiglanz, Eisen, Kohlenpulver und Soda.

XXXI. Bericht über ein neues Verfahren zur metallurgischen Behandlung der Kupfererze; von Hrn. Pelouze.

Aus den Comptes rendus, Nov. 1847, Nr. 21.

Das neue Verfahren der HHrn. Rivot und Phillips zur Behandlung der Kupferkiese22) ist eine Verbesserung der Methode, welche der Engländer Napier erfand. Letztere23) bestand darin, die Kupferkiese nach vorläufigem vollständigen Rösten in einem Flammofen zu schmelzen und die Masse während ihres Schmelzens einem galvanischen Strom auszusetzen, welcher einerseits durch die aus Graphit bestehende Ofensohle und andererseits durch eine an der Oberfläche des Bads aufgehängte Eisenplatte geleitet wird.

Die HHrn. Rivot und Phillips, welche schon vor zwei Jahren von den zahlreichen Versuchen Kenntniß bekamen, die in einem englischen Hüttenwert angestellt wurden, um Napier's Methode praktisch zu machen, wiederholten die Versuche desselben im Kleinen im Laboratorium der Bergwerksschule zu Paris und fanden sie vollkommen bestätigt, überzeugten sich aber bald, daß das Eisen für sich allein ohne Beihülfe des galvanischen Stroms das Kupfer reducirt. Sie suchten diese Beobachtung zur metallurgischen Behandlung des Kupfers zu benutzen,

22)

Es wurde im polytechn. Journal Bd. CV S. 187 mitgetheilt.

23)

Man vergl. dessen Patentbeschreibung im polyt. Journal Bd. XCVII. S. 293.