Text-Bild-Ansicht Band 107

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aus irgend einer Masse oder Substanz bestehendes Modell, eine Form, welche zur Vervielfältigung von Basreliefs benutzt werden kann, für alle jene Zwecke, zu deren Erreichung man sich der Pressung, des Gusses oder der Galvanoplastirung bedient hat, um erhabene Verzierungen hervorzubringen. Obgleich auf den ersten Augenblick jene Erzeugung etwas wunderbar erscheinen mag, und Sachvertraute es sich nicht werden denken können, wie man ohne vorhergegangene Modellirung durch eine bloße Planzeichnung eine vertiefte Matrize gewinnen könne, von der nach Belieben eine Anzahl Basreliefs durch irgend ein bekanntes Verfahren genommen werden kann, so hat Hr. Ahner doch einen Beweis dieser Möglichkeit geliefert, indem er in der Sitzung der polytechnischen Gesellschaft in Leipzig am 10. December ein Serviettenband, mit erhabenen Verzierungen und zugleich vertiefter Gravüre versehen, lediglich durch Glyphographie vermöge galvanischen Niederschlags erzeugt, vorgelegt hat, welches den vollkommenen Beifall der Gesellschaft erhielt. Jeder, der nur einigermaßen mit der Kostspieligkeit und Aufhältigkeit der Verfertigung von Modellen zur Erzeugung von erhabenen Formen zum Gießen, Pressen oder Galvanoplastiren vertraut ist, wird die ganze Wichtigkeit dieser Erfindung zu würdigen wissen. Die Glyphographie auf ihrem jetzigen Standpunkte, auf den sie durch Hrn. Ahner gebracht ist, dient dem Zeichner: seine Productionen ohne die Dazwischenkunft irgend einer der graphischen Künste zum Abdruck auf der Buchdruckerpresse sich selbst herzustellen. Einer viel größern Anzahl von Gewerben aber nützt die Glyphographie, und namentlich allen denen, welche erhabene und vertiefte Verzierungen jedes einzelnen oder beides zugleich, auf ihre Erzeugnisse anwenden; so unter andern den Gold- und Silberarbeitern, den Gürtlern, den Gießern in irgend einem Metall, den Prägern in irgend einem Stoff, sey es Metall, Papier, Leder, Gutta-percha, Papiermaché u.s.w. Die Vergütigung, welche Hr. Ahner für Mittheilung seiner Erfindung in Anspruch nimmt, wird für jeden einzelnen Subscribenten verringert durch die Zahl der überhaupt Subscribirenden und läßt sich daher nicht für den Einzelnen im Voraus bestimmen. Es ist demnach wünschenswerth, die Zahl derjenigen Herren Künstler und Fabrikanten zu wissen, welche geneigt sind, sich das Verfahren zu eigen zu machen, und werden dieselben hiedurch eingeladen, sich an Hrn. Volkmar Ahner in Leipzig in frankirten Briefen zu wenden. Da die Festsetzung eines Termins nöthig ist, um den Umfang der Subscription bemessen zu können, so werden alle hierauf Reflectirenden ersucht, mit ihren vorläufigen Anmeldungen bis zum 1. April 1848 zu erscheinen.

Verbesserungen in der Fabrication von hölzernem Täfelwerk und Mosaik, von Austin und Rammel.

Das Verfahren, welches sich dieselben am 20. Jun. 1846 in England patentiren ließen, besteht darin, zwischen jedes einfache oder gefärbte Holzstück, womit das Mosaik hergestellt werden soll, ein dünnes Korkstück einzuschalten; die Verbindung erhält dadurch Elasticität und folglich eine größere Dauer. Die verschiedenen Theile des Mosaik werden unter einander und mit dem sie umgebenden Kork durch einen für den Gegenstand passenden Leim verbunden. Jeder Mosaik-Block wird sodann mit der Säge in parallele Blätter zerschnitten, welche alle dasselbe Muster darbieten und zur Verfertigung von Täfelwerk, Meubles etc. angewandt werden können. (Repertory of Patent-Inventions, Febr. 1847.)

Bielefeld's Formen aus plastischer Composition.

Der Erfinder nahm am 14. Jul. 1846 in England ein Patent für sein Verfahren, Formen oder Matrizen zur Verfertigung der Zierrathen aus Steinpappe darzustellen; er benutzt zu solchen eine Composition aus Gerbestoff-Leim, Schwefelbalsam, Weihrauch und Gutta-percha. Die beiden Gummiarten werden vor der Anwendung in venetianischem Terpenthin oder einem sonstigen Lösungsmittel aufgelöst. Um den