Text-Bild-Ansicht Band 107

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und Bittererde so ziemlich in dem Verhältniß wo sie den Spinell bilden, mit einander vermengt, dann geschmolzene Boraxsäure zusetzt und das Gemenge der höchsten Temperatur eines Porzellanofens aussetzt, so erhält man eine Masse mit zahlreichen oktaëdrischen Krystallen. Versetzt man das Gemenge mit etwas Chromoxyd, so erhält man rosenrothe Krystalle und bei Zusatz von Kobaltoxyd sehr schön blaue. Solche Krystalle sind am Löthrohr ganz unschmelzbar und ritzen den Quarz stark.

Dieß sind die Eigenschaften des im Mineralreich vorkommenden Spinells; ich habe mich von der Uebereinstimmung des Naturproducts mit dem Kunstproduct aber vollends dadurch überzeugt, daß ich die Dichtigkeit und die Zusammensetzung der Krystalle bestimmte. Bei den rosenrothen Krystallen fand ich die Dichtigkeit gleich 3,548; bei den blauen 3,542. Die Dichtigkeit des natürlichen Spinells beträgt zwischen 3,523 und 3,585. Das Ergebniß der chemischen Analyse dieser Krystalle entsprach ganz der Formel des Spinells, Al²O³, MgO; ich fand keine Spur Boraxsäure darin.

Vermengt man Thonerde und Beryllerde mit einander in dem Verhältniß wo sie den Cymophan bilden, versetzt sie dann mit geschmolzener Boraxsäure und setzt sie hierauf der hohen Temperatur des Porzellanofens aus, so erhält man eine krystallisirte Masse, welche den Topas ritzt. Behandelt man diese Masse mit concentrirter Schwefelsäure, so lassen sich daraus Krystalle absondern, deren Form sich unter dem Mikroskop mit derjenigen des brasilianischen Cymophans übereinstimmend erweist. Ihre Dichtigkeit ergab sich gleich 3,728. Das Ergebniß der chemischen Analyse, wobei keine Spur Boraxsäure darin entdeckt werden konnte, entsprach genau der Formel des Cymophans, AlO³, GlO.

Nach derselben Methode bereitete ich auch die Aluminate von Eisen, Mangan, Kobalt, Kalk, Baryt und Ceriumoxyd. Alle diese Producte haben dieselbe Härte wie der Spinell; sie ritzen den Quarz leicht. Mit Ausnahme des Barytsalzes scheinen alle diese Aluminate im regelmäßigen System zu krystallisiren.

Nach demselben Verfahren erhielt ich auch Verbindungen des Chromoxyds mit Vasen, namentlich mit Bittererde und Mangan, welche in regelmäßigen Oktaëdern krystallisiren und deren Formel Cr²O³, MgO derjenigen des Spinells ähnlich ist. Auch gelang es mir die verschiedenen Varietäten von Chromeisenstein darzustellen, sowohl diejenigen welche bloß Chromoxyd und Eisenoxyd, als diejenigen welche außerdem noch