Text-Bild-Ansicht Band 107

Bild:
<< vorherige Seite

Dem Thomas Walker, Töpfer in Hanley, Staffordshire: auf eine neue Methode Artikel aus Steinzeug und Porzellan zu verzieren. Dd. 20. Nov. 1847.

Dem William Reid, Ingenieur in University-street, London: auf verbesserte Apparate um Nachrichten mittelst Elektricität zu ertheilen. Dd. 23. Nov. 1847.

Dem George Swinborne in Pimlico: auf Verbesserungen in der Fabrication thierischen Leims. Dd. 24. Nov. 1847.

Dem Richard Coad, Chemiker in Kennington: auf Verbesserungen im Verzehren des Brennmaterials und in der Anwendung der erzeugten Hitze. Dd. 25. Nov. 1847.

Dem Pierre Barrat zu Paris: auf eine verbesserte Maschinerie zum Bearbeiten oder Auflockern der Felder. Dd. 25. Nov. 1847.

Dem Edwin Travis zu Oldham in Lancashire: auf Verbesserungen an den Webestühlen. Dd. 25. Nov. 1847.

Dem George Holgate in Spring-Hill, bei Burnley, Lancashire: auf Verbesserungen an den Webestühlen. Dd. 25. Nov. 1847.

Dem William Hutchinson in Wakeling-terrace, Barnsbury-Park: auf eine ihm mitgetheilte Behandlung des Pappdeckels, um ihn dicht zu machen und damit er von Feuchtigkeit und andern zerstörenden Agentien nicht durchdrungen werden kann. Dd. 25. Nov. 1847.

(Aus dem Repertory of Patent-Inventions, Dec. 1847, S. 372.)

Leonhard's elektrischer Telegraph; von Dr. Garthe.

Im gegenwärtigen Augenblick ist die Köln-Mindener Eisenbahn-Direction damit beschäftigt, die Wegstrecke von Deutz nach Minden mit einem elektrischen Telegraphen versehen zu lassen. Sie entspricht dadurch einem einer jeden Eisenbahn in so vielen Beziehungen notwendigen Bedürfnisse, indem sie dadurch vor allem das Leben der sich ihr anvertrauenden Personen in einem bedeutend erhöhten Grade in Schutz nimmt.

Die Wahl eines der vielfachen elektro-telegraphischen Systeme zur definitiven Einführung steht bevor, und es sind drei derselben, von den Erfindern selbst, zwischen den Stationen Deutz, Mülheim, Küpersteg und Langenfeld aufgestellt und zu verschiedenen Zeiten in ihren Leistungen beobachtet worden, wobei es dem Verfasser gestattet war, mehrmals den Versuchen beizuwohnen. Nur der Leonhard'sche Telegraph durfte in allen seinen Einrichtungen untersucht werden, während die beiden anderen, der HHrn. Fardely und Dr. Cramer, zum großen Theile unter versiegeltem Verschlusse waren. Aus den beiden letzteren konnte der Verfasser mit Sicherheit entnehmen und hat es bei den Versuchen bestätigt gefunden, daß der Leonhard'sche Telegraph zwei Eigenthümlichkeiten besitzt, die diesen abgehen, und die eine große Sicherheit bei der Anwendung herbeiführen. Diese beiden Merkmale sind: 1) die größere Unabhängigkeit des Ganges der Maschine von dem Willen des Telegraphisten; 2) die sinnreiche Einführung der Gegenkette zur vollständigen Vernichtung des im Elektro-Magnet gebliebenen Rückstandes magnetischer Kraft.

Nach der Leonhard'schen Einrichtung treibt ein zu diesem Zwecke eigens angebrachtes Uhrwerk den Zeiger auf der Zeigerscheibe umher und der Telegraphist arretirt nur durch den Druck auf eine Feder und stellt so den Buchstaben oder das Zeichen fest, welches er zu geben beabsichtigt; er kann nie durch ein zu schnelles Drehen den großen Uebelstand herbeiführen, daß ein Ueberspringen oder ein Hängenbleiben des Zeigers eintritt, was bei Einrichtungen, die dieses Uhrwerk nicht besitzen, durch die Unachtsamkeit des den Telegraphen Bedienenden stets möglich ist.

Die sichere Wirksamkeit eines jeden elektrischen Telegraphen ist ferner nothwendig dadurch bedingt, daß der vor dem Elektro-Magnet liegende Anker zu der Zeit, wo er abfallen soll, auch wirklich abfalle. Dieß bewirkt Hr. Leonhard durch seine Erfindung der Gegenkette (im preußischen Staate patentirt). die er durch eine sehr ingeniöse Construction in dem Augenblicke zur Thätigkeit treibt, wo das Residuum der magnetisch störenden Kraft vernichtet werden muß. Und diesen Dienst leistet die Maschine vollständig, während sie, wenigstens in dieser vollständigen Art, den beiden