Text-Bild-Ansicht Band 107

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Ueber die Anwendung der Gutta-percha zu Treibriemen für Maschinen und zu Sohlen für Stiefel und Schuhe.

Die Gutta-percha-Compagnie in London (Adresse: Gutta percha Company's works, Wharf-road, City-road, London) liefert bis jetzt hauptsächlich Treibbänder für Maschinen und Sohlen für Stiefel oder Schuhe aus Gutta-percha, welche in England immer mehr in Gebrauch kommen.

Treibbänder. Zeugnisse von Maschinenfabriken, Spinnereien und mechanischen Webereien bestätigen, daß sich die Vorzüge der Treibbänder aus Gutta-percha vor den ledernen Treibriemen während achtmonatlichen Gebrauchs über Erwarten bewährt haben; jene Treibbänder zeichnen sich durch ihre Dauerhaftigkeit und Stärke aus; sie werden überdieß durch Berührung mit öliger oder fetter Maschinenschmiere, ferner mit Säuren, Alkalien oder Wasser, gar nicht benachtheiligt. Die Leichtigkeit, womit man einzelne Stücke der Gutta-percha miteinander verbinden kann, gestattet Treibbänder von jeder Länge herzustellen. Dieselben laufen ganz gerade und regelmäßig über die Rollen, können von geringerer Breite als die ledernen Riemen angewandt werden und erfordern bei weitem seltener eine Reparatur als letztere.

Sohlen. Hinsichtlich der Sohlen aus Gutta-percha hat die Erfahrung gelehrt, daß dieselben viel länger als lederne Sohlen ausdauern, ferner daß sie bei nasser und kalter Witterung die Füße vollkommen trocken und warm erhalten, indem sie von der Feuchtigkeit nicht eher durchdrungen werden als bis sie ganz abgenutzt sind. (Ueber die Anwendbarkeit der Gutta-percha zu Sohlen dürften die bisherigen Erfahrungen keineswegs als entscheidend zu betrachten seyn. Die Redact.)

Die Artikel aus Gutta-percha, welche die (Compagnie demnächst in den Handel bringen wird, sind: Galoschen, Röhren von allen Größen, Harnröhren-Sonden, Katheter und andere chirurgische Instrumente, Ornamente für Gemälderahmen, Peitschen und Peitschenschnüre, Schlagbälle und Spielbälle. (Mechanics' Magazine.)

Anwendung der Baumwollabfälle (von Spinnereien) als Dünger.

Hr. Abrand versuchte die Abfälle seiner Baumwollspinnerei, welche aus dem zusammengekehrten Flaum und Staub, dem Abgang beim Abhaspeln des Garns (womit täglich das Oel und Fett von den Maschinentheilen abgewischt wird) und aus den Baumwollkernen bestehen, welche meistens weggeworfen werden und bekanntlich zur Selbstentzündung sehr geneigt sind, zum Düngen von Mistbeeten etc. zu benützen. Am 5. Decbr. 1845 wurden 60 Spargelwurzeln in ein Beet mit solchem Kehricht, übrigens im freien Küchenfelde, eingesetzt und mit langem Stroh bedeckt; am 1. Januar 1846 wurde schon eine ansehnliche Menge Spargel geschnitten; derselbe Versuch wurde ein Jahr darauf mit gleichem Erfolg wiederholt und jedesmal bis zur eigentlichen Spargelzeit (Mai) fort Spargel erhalten. – Von am 10. Febr. gepflanzten Melonen wurde am 8. Mai die erste sehr gute und reife erhalten. – Behufs der Anlage solcher Beete gräbt man den Boden 3 Fuß breit und von der gewöhnlichen Tiefe solcher Beete aus, belegt den Grund mit gährendem Baumwollkehricht, welches man mit den Füßen eintritt, 9 Zoll hoch, begießt reichlich, legt eine sehr dünne Schicht Mist darauf und zuletzt obenauf eine 5 1/2 bis 6 Zoll dicke Schicht Erde. Diese Schicht kann nach der anzubauenden Pflanze von verschiedener Dicke seyn. v. Aubert. (Moniteur industriel 1847, Nr. 1173.)