Text-Bild-Ansicht Band 107

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Die neuen Nachtlichter von Didier in Paris.

Der Ausschuß der Société d'Encouragement empfiehlt die neuen Nachtlichter des Hrn. Didier (rue du Faubourg Saint-Honoré, Nr. 4 in Paris) als sehr zweckmäßig und bequem; sie sind jedoch etwas theurer als die gewöhnlichen Nachtlichter.

Die allerdings sehr wohlfeilen gewöhnlichen Nachtliche mit Dochten welche in Kork eingesetzt sind, bieten nicht die wünschenswerthe Reinlichkeit dar; bisweilen brennen sie auch schlecht und verzehren sich mitten in der Nacht.

Hr. Didier setzt seine Nachtlichter aus 4 Theilen Talg (vorzugsweise Hammelstalg) und 1 Theil Stearin zusammen; in der Mitte bringt er einen mit Wachs getränkten Docht aus gebleichtem Werggarn an, welcher unten in drei bis vier Zweige getrennt ist, so daß die Verbrennung nicht nur ununterbrochen sondern auch gleichförmig stattfinden muß; die untere Oberfläche des Nachtlichts überzieht er mit einer Schicht Wachs; endlich klebt er rings um das Nachtlicht herum eine Papierhülse.

Man stellt diese Nachtlichter in eine Untertasse, in welche man vorher ein wenig Wasser (beiläufig eine halbe Linie hoch) gegossen hat. Eine solche Nachtkerze verzehrt sich in 8–9 Stunden und gibt eine genügende, gleichförmige und geruchlose Flamme da der Stoff derselben durch Schmelzen flüssig wird, so ertheilt er dem Papier die nöthige Durchsichtigkeit für den Durchgang des Lichts. Uebrigens kann man diese Hülse durch ein Rohr aus mattem Glas ersetzen.

Hr. Didier verkauft diese Nachtlichter für 3 Fr. 60 Cent. per Kilogramm; da 48 auf das Kilogramm treffen, so kostet jedes 7 1/2 Cent., also stündlich nicht einen ganzen Centime. Sie kommen folglich beiläufig um die Hälfte höher zu stehen als die gewöhnlichen Nachlichter, andererseits aber auch um mehr als die Hälfte wohlfeiler als die Nachtlicher aus Wachs. (Bulletin de la Société d'Encouragement Oct. 1847, S. 594.)

Erzeugung eines grünen Goldglanzes auf Leder, von L. Lanzenberg.

Um dem Leder einen grünen Goldglanz, wie wir ihn an den Flügeldecken der spanischen Fliegen und anderer Käfer wahrnehmen, zu geben, überstreicht man das auf einem Tische glatt ausgebreitete weißgahre Leder mit einer Lösung von Leim oder Gummi arabicum, oder auch mit einer Lösung von Alaun, oder Potasche, oder Weinstein, und reibt dann die Oberfläche so lange mit gemahlenem Blauholz, bis die gewünschte Farbe zum Vorschein kommt. Der Glanz wird noch erhöht, wenn man das Leder nach der ersten Operation mit Blut bestreicht und abermals mit Blauholzpulver frottirt. Das zu diesem Zweck anzuwendende Blauholz muß aber vorher, mit Wasser angefeuchtet, so lange an einem mäßig warmen Orte stehen, bis eine Gährung desselben eingetreten ist, in Folge welcher es erst den schillernden Glanz erlangt, den man dann auf das Leder überträgt. Das Trocknen und weitere Bearbeiten des Leders erfolgt auf die gewöhnliche Weise. (Aus den Brevets d'Invention, 1847, durch das polytechn. Centralbl., 1847, S. 1096.)

Neues Verfahren zum Versilbern des Glases.

Hr. Choron, Prof. der Chemie am Lyceum zu St. Denis (Insel Bourbon), hat der franz. Akademie der Wissenschaften folgendes Verfahren hiezu mitgetheilt:

1) Man breitet eine Schicht von einer Auflösung salpetersauren Silbers in Weingeist (von 38° Tralles) auf der zu versilbernden Fläche aus; 2) man setzt diese Schicht dem Ammoniakgas aus, bis sie auf der Oberfläche des Glases krystallisirt; 3) endlich taucht man das so vorbereitete Glas in eine Auflösung von salpetersaurem Silber in Weingeist, welche mit Gewürznelkenöl versetzt ist.

Die ganze Schwierigkeit besteht darin, das geeignetste Verhältniß zwischen den Bestandtheilen dieser Auflösung zu treffen. (Technologiste, Novbr. 1847.)