Text-Bild-Ansicht Band 109

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Röhren verbinden. Der Oelverbrauch ist zwar, wie natürlich, größer als bei einer andern Lampe von denselben Dimensionen, steht indessen in keinem Verhältniß zu der bedeutend gesteigerten Leuchtkraft. (Gewerbe-Vereins-Blatt der Provinz Preußen, 1847, Nr. 12.)

Schönes Lac-dye-Roth auf Wolle.

Nach folgendem Verfahren wird in den Berliner Färbereien ein schönes Lac-dye-Roth auf Wolle erzielt.

Man rührt 1 Pfd. gepulverten Lac-dye mit ½ Pfd. Salzsäure an, welche mit ¼ Pfd. Wasser verdünnt ist und begünstigt die Auflösung durch zeitweißes Umrühren. Andererseits bringt man in einem geräumigen Kessel 220 Pfd. Wasser zum Kochen, worin man 1¼ Pfd. Weinstein, 3 Pfd. obiger Lac-dye-Lösung und ¼ Pfd. Zinncomposition zertheilt. Man färbt darin 10 Pfd. Wolle.

Um die Zinncomposition zu bereiten, löst man 12 Loth gekörntes Zinn in einer Mischung von 1 Pfd. Salzsäure und ½ Pfd. Salpetersäure auf; bisweilen wendet man statt derselben Zinnsalz an und sogar Zinnchlorid (letzteres erhält man, wenn man durch eine Zinnsalz-Auflösung von 40° B. einen Strom Chlorgas leitet).

Schönes Silbergrau auf Leder.

Das mit Wasser aufgeweichte Leder wird mit einem Absud von ¼ Pfd. Sumach in 2 Pfd. Wasser imprägnirt, dann durch eine Lösung von 2 Loth Eisenvitriol und 1 Loth Kupfervitriol in 1 Pfd. Wasser gezogen, herausgenommen, in siedendem Wasser gut abgespült und getrocknet. (Schweizerisches Gewerbeblatt.)

Verfahren Stiefel und Schuhe mit Gutta-percha zu besohlen.

Die Haupt-Agentschaft der Londoner Gutta-percha-Compagnie in Wien veröffentlicht hiezu folgende Anleitung:

Man verfertigt den Stiefel oder Schuh auf die gewöhnliche Art bis zur Sohle. Nachdem ein gewöhnlicher Lederrahmen und die Brandsohlen eingestochen sind, klopft man den Boden möglichst glatt, und macht ihn mit einer Raspel rauh. Rahmen und Boden müssen eine Fläche bilden.

Nun schmilzt man Abschnitte von Gutta-percha-Leder in einem kleinen thönernen Topf; das Schmelzen muß langsam in einem Ofen oder auf einer Herdplatte geschehen, und man muß sorgfältig darauf Acht haben, daß man die Masse nicht verbrennt, was auf offenem Feuer oder in einem metallenen Gefäß gewiß geschehen würde. Wenn die Masse so weit geschmolzen ist, daß sie sich manipuliren läßt, so wird sie mit einer flachen Klinge über den Sohlenboden und Rahmen gestrichen, und dann mit einem warmen Eisen überfahren und geebnet.

Nun wird die Gutta-Percha-Sohle über Kohlenfeuer gehalten, um sie klebrig zu machen, und ebenso auch der bestrichene Boden des Stiefels erwärmt; die heiße Sohle wird auf den warmen Stiefelboden sorgfältig von der Spitze bis zum Absatz angelegt, wobei man darauf zu sehen hat, daß keine Luftblasen entstehen. Die Sohle kommt ungefähr 9 Linien keilförmig unter den Absatz zu liegen. Der Absatz wird von gewöhnlichem Leder aufgemacht.

Die auf diese Art aufgeklebte Sohle hält sehr fest; jedoch kann man sie aus Vorsicht noch an den Rahmen festnähen. Man macht an der Gutta-percha-Sohle