Text-Bild-Ansicht Band 112

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verdampft. Der Rückstand wird in Wasser gelöst, und die Lösung mit Aetzammoniak im Ueberschuß versetzt, wodurch ein gelbbrauner Niederschlag entsteht, welcher abfiltrirt, ausgewaschen und in einer hinreichenden Menge Cyankaliumlösung aufgelöst wird; man setzt einen Ueberschuß dieses Salzes hinzu und verdünnt mit so viel Wasser, daß auf jedes Loth Gold etwa 2 Pfd. Wasser kommen; zur Zerstörung des cyansauren Kalis wird die Lösung so lange zum Kochen erhitzt, bis kein Ammoniak mehr entweicht; hierauf wird so viel Wasser noch hinzugesetzt, daß auf jedes Loth Gold im Ganzen 4 Pfd. Wasser kommen. Die Krystallisation ist bei der Goldlösung nicht nöthig. Wird die beschriebene Goldlösung erwärmt, so wird die Farbe der Vergoldung besonders schön matt.

Die Rückstände der Goldlösung schmilzt man, um Verluste zu vermeiden, am zweckmäßigsten mit den Silberresten gemeinschaftlich zusammen, und trennt das Silber vom Golde durch Salpetersäure.

XV. Verfahrungsarten zum Reinigen und Entfärben aller Sorten arabischen Gummi's; patentirt für M. H. Picciotto in London am 17 August 1848.

Aus dem London Journal of arts, März 1849, S. 112.

Erstes Verfahren.

Man bereitet eine ziemlich starke Auflösung von (gewaschenem) schwefligsaurem Gas, welche man gegen den Zutritt der Luft verwahrt halten muß. In dieselbe bringt man 1 Gewichtstheil ganzes oder gepulvertes Gummi auf 6 bis 12 Theile Flüssigkeit: wenn sich das Gummi aufgelöst hat, wird der größere Theil seines Farbstoffs zerstört seyn, d.h. mit der schwefligen Säure eine farblose Verbindung eingegangen haben.

Um nun die Gummi-Auflösung von der schwefligen Säure zu befreien, welche sich mit dem Farbstoff verbunden hat, verfährt man folgendermaßen: man erhitzt auf kurze Zeit das geschlossene Gefäß worin sich die Mischung befindet, und leitet während dieser Zeit das Gas welches sich aus der Mischung entbindet, mittelst eines Rohrs in einen anderen mit Wasser gefüllten Behälter, um es zu einer neuen Operation