Text-Bild-Ansicht Band 112

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Theodoliten machte, genau dieselben Gränzen für die Visionswinkel wählte wie ich selbst.

Die früher erwähnten Nachtheile gelten ohnehin vor allem für fernsichtige Augen. Die kurzsichtigen können sich weit leichter dem nahen Mikrometer accomodiren; das Concavglas wird sie ferner bei der Betrachtung des entfernten Gegenstandes gleich einer Brille unterstützen und die Schärfe des Einstellens für sie wesentlich erleichtern.

(Der Beschluß folgt im nächsten Heft.)

LXXV. Einige Thatsachen bezüglich des sphäroidischen Zustandes der Körper (Feuerprobe, Unverbrennlichkeit des menschlichen Körpers etc.); von Hrn. P. H. Boutigny.

Aus den Comptes rendus, Mai 1849, Nr. 20.

Im Jahr 241 n. Ch. befahl Sapor den Magiern nach ihren Kräften Alles aufzubieten, um die Abtrünnigen zum Glauben ihrer Vorfahren, der Religion von Zoroaster zurückzuführen. Damals erbot sich ein Oberpriester, Adurabad-Mabrasphand, die Feuerprobe zu bestehen. Er schlug vor, daß man über seinen nackten Körper achtzehn Pfund geschmolzenes Kupfer, wie es aus dem Ofen ablauft und ganz weißglühend, gießen solle, unter der Bedingung, daß wenn er dadurch nicht verletzt würde, die Ungläubigen sich einem so großen Wunder fügen würden. Er soll diese Probe mit solchem Erfolg bestanden haben, daß sie alle bekehrt wurden. Diese Feuerprobe war aber, wie ich im Folgenden zeigen werde, ein ganz einfacher, nichts weniger als wunderbarer Versuch.

In Frankreich, England, Italien, überall wo ich meine Versuche hinsichtlich des sphäroidischen Zustandes der Körper77) mittheilte, fragte man mich, ob diese Erscheinungen nicht mit denjenigen zusammenhängen dürften, daß Menschen ihre Hand in geschmolzenes Blei steckten, mit bloßen Füßen über das noch weißglühende, aus dem Hohofen abgestochene Roheisen liefen etc.; ich antwortete stets, daß diese Erscheinungen

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Polytechn. Journal Bd. LXXXIII S. 157 und Bd. CIV S. 78.