Text-Bild-Ansicht Band 112

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Quecksilberoberfläche. Die kleine eben erwähnte Oeffnung ist durch ein einwärts gerichtetes Röhrchen gebildet, so daß, wenn das Instrument auch nicht ganz vertical gestellt oder gehalten wird, das Quecksilber nicht ausfließen kann. Unten an dem Gefäße ist ein Hahn angebracht, um das sich ansammelnde Wasser von Zeit zu Zeit ablassen zu können. Die Scala ist auf der innern Seite so eingetheilt, daß sie den Dampfdruck auf den Quadratzoll in Pfunden angibt, auf der andern Seite die Temperatur des Dampfes welche dem statthabenden Drucke entspricht.

Der Vacuummesser ist von derselben Größe und demselben äußeren Ansehen, nur wird der untere Theil des Gefäßes, an dem sich der Hahn befindet, mit dem Condensator in Verbindung gebracht. Das Vacuum wird durch eine Eintheilung auf jeder Seite der Glasröhre gemessen, und die Scala fängt auf der einen Seite mit 15 Zoll oben an und reicht abwärts bis zu 29 Zoll, während auf der andern Seite abzulesen ist, wie viel noch zu einem wirklichen Vacuum fehlt. Die Glasröhren liegen in einer passenden Vertiefung, welche gleich mit an die Indexplatte gegossen wurde, und um den Stand des Quecksilbers recht deutlich sehen zu können, ist diese Vertiefung roth angestrichen, so daß dieß stark von der Quecksilberoberfläche absticht.

XC. Die Polar-Uhr des Hrn. Wheatstone.

Der genannte englische Physiker, dem wir schon mehrere interessante Apparate verdanken, hat die längst bekannte Erscheinung, daß das von dem blauen Himmel reflectirte Licht polarisirt ist, und zwar nach einer Ebene, welche durch die Gesichtslinie des Beobachters und die Sonne geht, zur Construction eines optischen Zeitmessers benützt, welchen er Polar-Uhr nennt, und durch den man die wahre Sonnenzeit eines Ortes mit derselben Genauigkeit bestimmen kann, wie mit einer größern und sorgfältig ausgeführten Sonnenuhr. – Der Apparat besteht in einem conischen Rohr, welches auf einem kleinen Stativ so befestigt ist, daß man es sowohl um seine Achse drehen, als diese selbst parallel zur Erdachse stellen oder gegen den Nordpol richten kann. Am obern und weitern Ende ist das Rohr durch eine Glasscheibe geschlossen, auf welcher mehrere dünne Gypsblättchen um ein anderes, das gerade die Mitte der Scheibe einnimmt, einen Stern bilden, und dabei so gestellt sind, daß