Text-Bild-Ansicht Band 116

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mit reinem Wasser gereinigte Bild rasch in dieselbe, so daß es davon ganz bedeckt ist. Man erhält die Flüssigkeit durch Hin- und Herbewegen des Gefäßes in beständiger Bewegung und nimmt das Bild, sobald es die gewünschte Silberfarbe erhalten hat, heraus, spült es mit destillirtem Wasser ab und trocknet es auf die bekannte Art über der Spirituslampe.

Zur Versilberung mit dem galvanischen Apparat löst man 1 Theil Höllenstein in 10 Theilen destillirten Wassers, und 3 Theile Cyankalium in 50 Theilen Wassers, kocht Alles einige Augenblicke und filtrirt. Um sie zu benutzen, bringt man das zu versilbernde Bild in die Flüssigkeit, verbindet ersteres durch einen Draht mit dem Zink eines einfachen galvanischen Apparates, wie er in dem vorstehenden Aufsatze beschrieben wurde, während man ein Stückchen Platinblech, welches durch einen Draht mit dem Kupfercylinder des Apparates in Verbindung steht, in die Silbersolution eintaucht, ohne aber das Bild zu berühren. Zum Vergolden nimmt man auf 1 Theil Goldchlorid 3 Theile Cyankalium und 36 Theile Wasser. Man verfährt damit, wie es bei der zuletzt angeführten Silberauflösung beschrieben wurde.

Zum Vergolden durch bloßes Einbringen in die Flüssigkeit stellt man letztere dar, indem man 1 Theil Goldchlorid, 3 Theile Cyankalium in 116 Theilen Wasser auf die bereits angegebene Art auflöst. Man kann mit derselben auch durch den galvanischen Apparat vergolden und erreicht dann rascher seinen Zweck.

Mischt man 10 Theile der letztern Goldauflösung und 1 Theil von der zuerst angeführten Silbersolution und wendet den galvanischen Apparat an, so erhalten die Bilder, welche damit behandelt werden, einen grünlichgelben Ueberzug, eine grüne Vergoldung. (Polytechn. Wochenblatt.)

Ueber ein Auflösungsmittel des Kohlenoxydgases; von Felix Leblanc.

Als ich den Sauerstoff in einem Leuchtgas mittelst Halbchlorkupfer-Ammoniak bestimmen wollte, entdeckte ich eine noch unbekannte Thatsache. Dieses Reagens löst nämlich eine große Menge Kohlenoxydgas auf; es löst sogar das ölbildende Gas auf.

Leitet man einen Strom Kohlenoxydgas in eine Auflösung von Halb-Chlorkupfer (salzsaurem Kupferoxydul) in Salzsäure, so wird das Gas in beträchtlicher Menge absorbirt und fast eben so schnell wie das kohlensaure Gas durch Aetzkali; die Temperatur der Flüssigkeit erhöht sich aber verhältnißmäßig nur wenig.

Das Halbchlorkupfer-Ammoniak verhält sich bei Ausschluß der Luft eben so und es wird ebensoviel Gas durch dieselbe Menge aufgelösten Kupfers absorbirt. Diese Auflösung wird dann in Berührung mit der Luft blau.

Nachdem das saure Halb-Chlorkupfer mit Kohlenoxydgas gesättigt worden ist, kann man es mit vielem Wasser verdünnen, ohne daß sich Halb-Chlorkupfer niederschlägt oder Gas entbindet. Durch Kochen und im luftleeren Raum wird das Gas ausgetrieben.

Als ich eine Kupferlösung von bekanntem Gehalt anwandte und das Volum des fixirten Kohlenoxydgases bestimmte, fand ich Zahlen, welche gleichen Aequivalenten Kupfer und Kohlenoxyd nahe kommen.

Die Eisenoxydul- und Zinnoxydulsalze wirken nicht auf das Kohlenoxydgas.

Das Kohlenoxyd scheint die Rolle eines zusammengesetzten Radicals zu spielen, wie das Cyan. Auch habe ich gefunden, daß das Cyan von Halb-Chlorkupfer absorbirt wird, wobei ein chromgelber Niederschlag entsteht, welcher seine Farbe an der Luft schnell verändert. (Comptes rendus, April 1850, Nr. 16.)