Text-Bild-Ansicht Band 118

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hintere Oeffnung heraus; die Oeffnungen schließen sich und das Cocon ist fertig.

Die Entdeckungen des Hrn. Ebrard hinsichtlich des Geheimnisses der Blutegel-Fortpflanzung bestätigen die Behauptung, daß die Blutegel während der Coconsbildung der vollkommensten Ruhe bedürfen, und rechtfertigen das gesetzliche Verbot des Blutegelfanges in den Monaten Juni, Juli, August und September; der Verf. gibt daher auch den Rath, in den von Wasserströmungen durchschnittenen Teichen, worin Blutegel gezogen werden sollen, durch einen Damm dafür zu sorgen, daß das Teichwasser im Sommer nicht in Bewegung gesetzt, hauptsächlich aber nicht höher getrieben werde.

Schließlich erwähnt Hr. Ebrard in seiner Schrift noch, daß der Landwirth Micholet in der Gemeinde Dompierre (Aine-Dept.) im J. 1838 in einen Froschteich von beiläufig 20 Ares, worin sich niemals Blutegel gefunden hatten, 60 Stück große Blutegel warf, welche sich darin so gut fortpflanzten, daß er vom J. 1843 an Blutegel in den Handel brachte und seitdem fortwährend an Apotheker verkaufte; am Ende des J. 1845 belief sich die Anzahl der von ihm verkauften Blutegel auf mehrere Tausende.

  Miscellen.

Der elektromagnetische Telegraph auf der pfälzischen Ludwigs-Bahn.

Der elektro-magnetische Telegraph ist seit December v. J. auf der ganzen Länge der pfälzischen Ludwigsbahn, nämlich von Ludwigshafen bis Bexbach vollendet und im Gebrauch. Es dürfte daher folgende kurze Beschreibung desselben hier um so mehr am geeigneten Orte erscheinen, als die Einrichtung noch wenig bekannt ist, und die geringen Kosten der ganzen Einrichtung, Welche in allem nur ungefähr 13,000 fl. betragen. eine besondere Berücksichtigung verdienen, zumal für andere in der Nähe anzulegende Telegraphen beinahe das Dreifache beansprucht worden ist.

Die Unterhaltungs- und Betriebskosten sind ebenfalls ganz gering, indem weder besoldete noch eingeübte Beamte für das Telegraphiren, noch ein besonderes Personal von Technikern und Aufwärtern für die Unterhaltung der Apparate und Batterien an den Telegraphen-Stationen nöthig ist, wie dieß bei vielen andern Telegraphen ähnlicher Art unbedingt erforderlich erscheint.

Die Telegraphenleitung geht von Ludwigshafen über Schifferstadt nach Speier und von dort in einer Linie zurücklaufend wieder über Schifferstadt nach Bexbach, so daß die Leitung auf der 2 1/2 Stunden langen Zweigbahn zwischen Schifferstadt