Text-Bild-Ansicht Band 118

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Das Verfahren zum Verkupfern des Drahts durch bloßes Eintauchen ist folgendes: Man löst 2 Loth Kupfervitriol und 1 Loth Schwefelsäure in 50 Pfund Wasser auf, welches eine Temperatur von 24° R. hat. Wenn die Auflösung erkaltet ist, zieht man den Eisendraht durch dieselbe, wobei er sich verkupfert; der Draht wird dann durch ein gewöhnliches Zieheisen gezogen, um die Kupferschicht vollkommen eben und an dem Draht haftend zu machen. Man wiederholt das Eintauchen des Drahts und das darauffolgende Ziehen desselben, bis man eine Kupferschicht von der gewünschten Dicke erhalten hat.

Um den Draht auf galvanischem Wege zu verkupfern, wickelt man ihn auf einen Haspel, welcher durch einen Metallstreifen mit dem negativen Pol einer galvanischen Batterie verbunden ist und in ein Bad getaucht wird, welches aus 2 1/4 Pfd. gelbem Blutlaugensalz, 4 1/2 Pfd. Kali-Bicarbonat und 50 Pfund Wasser besteht und eine Temperatur von 8 bis 11° R. hat. Hierbei überzieht sich der Draht mit Kupfer und kann dann zu oben erwähnten Zwecken durch ein Zieheisen gezogen werden.

LXXIX. Ueber Farben im technischen Sinne und ihre Untersuchung; von Prof. Dr. C. Remigius Fresenius.

Aus den Mittheilungen für den Gewerbeverein des Herzogthums Nassau, 1850.

Alle Substanzen, welche dazu dienen, anderen eine Farbe zu geben, nennen wir Farben. Färben dieselben einen Gegenstand in seiner ganzen Masse, so heißen sie Zeugfarben, färben sie hingegen nur auf der Oberfläche, Malerfarben.

1) Die Zeugfarben dienen vorzugsweise zum Färben der Seide, Wolle, Baumwolle, Leinenfaser etc. und der daraus gefertigten Gewebe; sie zerfallen je nach ihrem chemischen Verhalten in substantive und adjective Farben.

a) Substantive Farben sind in Wasser unlösliche Substanzen, welche an und für sich die Farbe besitzen, welche dem Zeuge gegeben werden soll, und welche die Faser demnach unmittelbar färben, sofern man bewirkt, daß sie mit derselben in innigste Berührung kommen.