Text-Bild-Ansicht Band 118

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von 20 Fuß Länge, 16 Fuß Breite und 11 Fuß Höhe, so geben diese 3 Zahlen das Product von 3520, dessen Quadratwurzel zwischen 59 und 60 ist, welche Zahl für zwei Fenster, für jedes 30 Quadratfuß gibt, oder 2 Fenster von circa 4 1/2 Fuß Breite und 6 1/2 bis 6 3/4 Fuß Höhe. (Gewerbevereinsblatt der Provinz Preußen, IV. Jahrgang, Liefer. 11 u. 12.)

Hill's Verbesserungen im Schmelzen der Kupfererze.

Diese am 9. März 1850 für England patentirten Verbesserungen beziehen sich erstens auf das Schmelzen strengflüssiger Kupfererze und bestehen in der Anwendung eines Gemenges von einem Zehntel Bleiglanz mit neun Zehnteln Schwerspath als Flußmittel. Erze, welche durchschnittlich 12 Proc. Kupfer enthalten, werden mit beiläufig einem Achtel dieses Flußmittels auf sieben Achtel des Erzes versetzt.

Zweitens schlägt Hill vor, in die Röst- und Schmelzöfen Sauerstoffgas zu leiten, um die Oxydation der flüchtigen Substanzen, des Eisens etc. zu begünstigen und die Verbrennung des von den Kohlen aufsteigenden Rauchs in den Oefen zu befördern. Zur Bereitung des Sauerstoffgases bringt er in der Nähe der Kupferöfen Retorten an, welche mit Braunstein gefüllt und hinreichend erhitzt werden? das sich entbindende Hauerstoffgas wird durch Röhren in einen mit Wasser abgesperrten Gasometer und aus diesem durch Röhren in die Oefen geleitet, entweder mittelst Oeffnungen in deren Seiten oder über die Feuerbrücke. (Repertory of Patent-Inventions, Novbr. 1850, S. 292.)

Verfahren gelbes Elfenbein wieder weiß zu machen.

Hr. Instrumentenmacher Schmeisser berichtete in der polytechnischen Gesellschaft zu Königsberg über seine gelungenen Versuche gelbes Elfenbein wieder weiß zu machen. Wässerige schweflige Säure, in welche er elfenbeinene vergelbte Messerschalen gelegt, bleicht sie vollständig, nur darf das Elfenbein, damit es nicht angegriffen werden soll, nicht länger als 2 bis 4 Stunden in der Säure liegen. Die Anwendung der gasförmigen Säure machte das Elfenbein rissig. (Gewerbevereinsblatt der Provinz Preußen, IV. Jahrgang, Liefer. 11 u. 12.)

Ueber einen eigenthümlichen Vorgang bei der Kältemischung aus Glaubersalz und Salzsäure; von Dr. Bolley.

Die Mischung von Glaubersalz und Salzsäure wird als eine sehr billig zu stehenkommende jetzt häufig als Kältemischung angewandt. Die Vorschriften empfehlen gewöhnlich etwas verdünnte Salzsäure. Wird fein krystallisirtes und zerstoßenes (10fach gewässertes) Glaubersalz mit gewöhnlicher käuflicher Salzsäure übergossen, so wird die anfangs glasdurchsichtige Masse milchig weiß, von kleinen Körnern eines ausgeschiedenen Salzes. Der Versuch gelingt bei fast allen denkbaren Mengeverhältnissen; nur darf es an Säure nicht fehlen. Das ausgeschiedene Salz gesammelt und abgewaschen ist beinahe reines Kochsalz, während die Lösung doppelt-schwefelsaures Natron enthält. Wenn man das Gemisch von Glaubersalz und Salzsäure erwärmt, so löst sich das Kochsalz auf und schießt beim langsamen Erkalten in großen sehr regelmäßigen Würfeln an. Beim fortgesetzten Erwärmen dampft erst überschüssige Salzsäure und Wasser ab und es bedarf einer stärkeren Concentration und Hitze, um das Kochsalz wieder zu zerlegen.

Die hier mitgetheilte Beobachtung ist nicht neu, obschon nur sehr wenig beachtet, namentlich die plötzliche, deutliche Kochsalzbildung nicht. Ich citire