Text-Bild-Ansicht Band 120

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Wäsche verdichtete Dampf gelangt als alkalische Flüssigkeit mit den aufgenommenen Unreinigkeiten in den Kessel zurück, aus welchem bloß reiner Wasserdampf fortwährend in die Wäsche aufsteigt, während sich die Fette und Farbstoffe im Kessel ansammeln. Die krystallisirte Soda ist nicht theuer und die Seife wird ganz erspart.

 Miscellen.

Ueber Einbeetung der Eisenbahnschwellen.

Ein sehr schätzbares Surrogat für das zur Einbeetung der Eisenbahnschwellen benöthigte Steingerölle sind gebrannte Lehmstücke.

Auf der zuletzt gebauten Eisenbahnstrecke der französischen Nordbahn zwischen Lille und Calais muß dem aufmerksamen Reisenden die roth aussehende Dammlinie in der grauen Sandebene auffallen. Aus Mangel an Steinschotter sah man sich veranlaßt, beim Bau dieser Strecke Ziegeltrümmer anzuwenden. Das auf diese Art hergestellte Schotterbeet bewährte sich so gut, daß man die Verwendung gebrannter Lehmstücke in größerem Maaßstabe wünschte und um nicht erst Ziegel zu diesem Zwecke zerschlagen und die Kosten des Formens der Ziegel und des späteren Zerschlagens tragen zu müssen, verfiel man auf das sehr natürliche Auskunftsmittel, den Lehm roh in kleine Stücke zu zertheilen und diese zu brennen. Dadurch wurde ein so billiger künstlicher Schotter erzeugt, daß man in dieser Gegend zwischen Lille und Calais, wo natürlicher Schotter mangelt und nur mit bedeutenden Kosten aus der Ferne herbeigeschafft werden könnte, lange Strecken der Eisenbahn damit einbeetet. (Zeitschrift des österr. Ingenieur-Vereins, 1851 Nr. 3.)

Regulirung der Dampfmaschinen mittelst Wasser.

Ein zunächst der Dampfmaschine angebrachtes Wasser-Reservoir wird durch eine von der Maschine bewegte Kaltwasserpumpe mit Wasser versehen, so daß je nach dem schnelleren oder langsameren Gange der Maschine mehr oder weniger Wasser in das Reservoir geschöpft wird. Eine an dem letzteren angebrachte Oeffnung gestattet dem Wasser fortwährenden Abfluß. Da nun bei regelmäßigem Gange der Maschine dem Reservoir eine constante Wassermenge zugeführt wird, so ist es leicht, die Abflußöffnung so zu reguliren, daß durch dieselbe eben so viel Wasser abfließt, als durch die Pumpe zugeführt wird, wodurch also bei regelmäßigem Gange der Maschine die Höhe des Wasserspiegels im Reservoir unveränderlich ist. Dieser steht nun durch einen Schwimmer mit dem Dampfcanale in einer solchen Verbindung, daß beim Steigen des Wasserspiegels im Reservoir über die normale Höhe die Dampfzuflußöffnung verkleinert, beim Fallen desselben unter die normale Höhe vergrößert wird. Angestellte Versuche haben ein günstiges Resultat ergeben; der Gang der Maschine war hierbei gleichförmiger und sicherer, als bei Anwendung des mechanischen Centrifugal-Regulators, der bekanntlich oft nicht geringen Kraftaufwand erfordert. Carl Kohn. (Notizen- und Intelligenzbl. des österreichischen Ingenieur-Vereines, 1851 Nr. 1.)