Text-Bild-Ansicht Band 120

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2 Pfd. Holzkohlenpulver mit 20 Pfd. concentrirter Schwefelsäure, und erhitzt ihn so stark daß die Schwefelsäure zersetzt wird, welche Temperatur man während des ganzen Verseifungsprocesses unterhält.

C. Analysen verschiedener unter dem Namen concentrirter Dünger im Handel vorkommender Gemenge; von J. Girardin in Rouen.

Aus dem Journal de Pharmacie, Febr. 1851, S. 131.

Der landwirthschaftliche Centralverein des untern Seine-Departements beauftragte mich mit der Analyse mehrerer fester und flüssiger Gemenge, welche den Landwirthen als Ersatzmittel der gewöhnlichen Dünger angeboten werden.

Diese Gemenge besitzen angeblich eine viel größere Wirksamkeit als der Stalldünger, indem höchst unbedeutende Mengen, 15 Liter, 6 Kilogr., und sogar 5 Liter, je nach der Sorte, eine Hektare Feld fruchtbar zu machen und auf dieser Fläche im mittelmäßigsten Boden, ohne Beihülfe anderen Düngers und bei nur einmaligem Umackern 50 bis 52 Hektoliter Weizen zu erzeugen vermögen.

Alle diese sogenannten concentrirten Dünger, deren es seit einem Jahr eine bedeutende Anzahl gibt, sollen in einem unendlich kleinen Raum eine ungeheure Menge nützlicher Stoffe enthalten und auf die Art angewandt werden, daß man sie mit dem Saatkorn vermengt. In letzterer Hinsicht ist die neue Methode die Wiederholung eines sehr alten Verfahrens, welches sehr gute Resultate liefert, nämlich des Ueberziehens (pralinage) des Saatkorns mit einer wirksamen Substanz, z. B. Kalk, alkalischen Salzen, Thierkohle etc., welche man in Leimlösung auflöst oder einrührt, die so dick ist, daß das Pulver sich den Samenkörnern anhängt und um sie eine Art Kruste bildet.

Es ist gewiß, daß salz- und stickstoffhaltige Substanzen, welche auf diese Weise in unmittelbare Berührung mit den Samenkörnern gebracht werden, die Keimung und erste Entwickelung der jungen Pflanzen begünstigen. Diese Thatsache war schon den alten Griechen und Römern bekannt, welche das Korn niemals zu säen pflegten, ohne es