Text-Bild-Ansicht Band 121

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gedruckten Lettern aufgenommen hatte. Das Bild war ganz scharf, gerade so wie es ausfallen mußte, wenn die Scheibe in Ruhe geblieben wäre.

Ich beabsichtige nächstens die Methode zu veröffentlichen, welche ich anwandte, um die Platten so empfindlich zu machen als es für diesen Versuch nöthig ist. — Lacock Abbey, den 16. Juni 1851. (Comptes rendus, Juni 1851, Nr. 25.)

Beobachtungen über das Regenwasser und das Schneewasser; von Victor Meyrac.

Hr. Meyrae säuerte 2000 Gramme Regen- oder Schneewasser bald mit Schwefelsäure, bald mit Essigsäure, und dampfte hierauf die Flüssigkeiten bis auf 30 Gramme ab; als er den Rückstand mit Kalkhydrat in Berührung brachte, beobachtete er folgendes:

Der Rückstand von der Flüssigkeit, welcher man Schwefelsäure zugesetzt hatte, entwickelte nicht nur Ammoniak, was nach den bekannten Versuchen von Liebig zu erwarten war, sondern auch einen brenzlichen Geruch.

Der Rückstand von der Flüssigkeit, welcher man bloß Essigsäure zugesetzt hatte, entband nur Ammoniak.

Er wiederholte diese Versuche häufig und erhielt immer dieselben Resultate. Der brenzliche Geruch kann nur von organischer Materie herrühren, welche die Schwefelsäure zersetzt hatte. (Comptes rendus, Juni 1851, Nr. 25.)

Ueber die Aufbewahrung der Eier; von Dr. Schubert.

Im polytechn. Journal Bd. CI S. 161 ist dem Bulletin de la société d'Encouragement eine von Itier gegebene Nachricht entnommen, wornach man in China die Eier so lange in gesättigter Kochsalzlösung läßt, bis sie zu Boden sinken, dann abtrocknet und in Kisten legt; sie sollen sich dann mehrere Jahre halten.

Ich kenne zwei Haushaltungen, welche durch diese Vorschrift in Schaden kamen; sie legten ihre Eiervorräthe auf das ganze Jahr in gesättigte Kochsalzauflösung; als sie vergeblich auf das Untersinken gewartet hatten und nach einiger Zeit Gebrauch von den Eiern gemacht werden sollte, zeigte sich der Dotter ganz erhärtet, mehlig und das ganze Ei versalzen. Als mir dieselben gezeigt wurden, brachte ich Eidotter und Eiweiß unmittelbar mit gesättigter Salzlösung zusammen, allein sie blieben Monate lang unverändert, während ein ganzes Ei sich wie die vorgelegte Probe verhielt. Das Erhärten des Dotters muß also auf Wasserentziehung durch Exosmose von Seite des Eihäutchens beruhen.

Nimmt man statt gesättigter eine verdünnte Salzlösung, so erhält man allerdings ein günstiges Resultat.

Ich brachte im September 1846 ein Ei, umgeben von einer Auflösung von 1 Theil Kochsalz in etwa 10 Theilen Wasser in ein im Winter stark geheiztes Zimmer und öffnete es im April 1848, also nach 19 Monaten. Es unterschied sich im Aussehen, Gerüche und Geschmacke durchaus nicht von einem frischen Ei. Der Salzgehalt war kaum durch den Geschmack zu erkennen.

Die Vorwürfe, welche man der Methode gemacht hat, die Eier in Kalkwasser aufzubewahren — welche sich bei uns einer so allgemeinen Anerkennung zu erfreuen hat — gründen sich nur darauf, daß man nicht Kalkwasser mit etwas überschüsssigem Kalk am Boden genommen hat, sondern Kalkbrei, welcher erhärtete, so daß man die gleichsam eingemauerten Eier beim Herausnehmen zerbrach; oder man hatte bereits verdorbene Eier eingelegt und hoffte frische herauszunehmen. (Gem. Wochenschr. des polytechn. Vereins zu Würzburg, 1851, S. 171.)