Text-Bild-Ansicht Band 121

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so erhaltenen Nebenströme lassen sich nicht aus den Gesetzen ableiten, welche Hr. Pouillet bei seinen schönen Untersuchungen über die Nebenströme der Metalldrähte gefunden hat.

XLIX. Ueber eine Beziehung, welche zwischen der Farbe gewisser gefärbter Flammen und den durch das Licht gefärbten Lichtbildern besteht; von Hrn. Niepce.

Aus den Comptes rendus, Juni 1851, Nr. 22.

Ich habe am 24. März d. J. der französischen Akademie der Wissenschaften eine sehr ausführliche Abhandlung über diesen Gegenstand überreicht. Im Folgenden theile ich deren wesentlichen Inhalt mit.

Bekanntlich wird eine Silberplatte, welche man in eine Auflösung von schwefelsaurem Kupfex und Chlornatrium (Kupfervitriol und Kochsalz) taucht und gleichzeitig mittelst der galvanischen Batterie elektropositiv macht, chlorirt und dadurch fähig, aus dem Bade herausgenommen und der Einwirkung des Lichtes ausgesetzt, sich zu färben.

Edmund Becquerel erhielt bekanntlich, indem er diese Platte den farbigen Strahlen des Sonnenspectrums aussetzte, ein Bild dieses Spectrums, so zwar, daß der rothe Strahl auf der Platte ein rothes, der violette ein violettes Bild erzeugte u. s. w.

Da ich nun meinen Beobachtungen zufolge dachte, daß zwischen der Farbe welche ein Körper einer Flamme mittheilt, und der Farbe, welche das Licht auf einer Silberplatte entwickelt, die mit dem Körper, welcher diese Flamme färbt, chlorirt wurde, eine Beziehung bestehen dürfte, unternahm ich eine Reihe von versuchen.

Das Bad, in welches ich die Silberplatte tauchte, bestund aus mit Chlor gesättigtem Wasser, welchem ich ein Chlorid zusetzte, das die Eigenschaft besitzt, die Flamme in der Farbe zu färben, welche ich auf der Platte hervorbringen wollte.

So färbt z. B. das Chlorstrontium die Flammen überhaupt, insbesondere aber die Weingeistflamme, purpurroth. Präparirt man nun eine Silberplatte in der Art, daß man sie durch gesättigtes Chlorwasser nimmt, welchem man Chlorstrontium beimischte, und legt dann gegen die