Text-Bild-Ansicht Band 121

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in Wasser, bei Berührung mit Luft (S. 140 in diesem Bande des polyt. Journals). Er glaubt aus seinen Versuchen schließen zu können, daß wenn man eine Auflösung, welche in einem geschlossenen Gefäß in übersättigtem Zustand verblieb, mit atmosphärischer Luft in Berührung bringt, dann die Luft, welche die freie Oberfläche der Salzlösung trifft und sie plötzlich krystallisiren macht, einzig dadurch wirkt, daß sie Wasserdampf auflöst) daß sie so die obere Schicht concentrirend, darin die Bildung von eben so vielen kleinen Krystallen veranlaßt, als Punkte durch die Luft berührt wurden. Diese kleinen Krystalle bilden dann Mittelpunkte der Anziehung und Krystallisation, von denen aus die Flüssigkeit nach und nach bis auf den Boden hinab krystallisirt.

Einige Thatsachen, welche ich beobachtete und in einer der Akademie im verflossenen Jahre übergebenen Abhandlung beschrieb (Annales de Chimie et de Physique, 3me série, t. XXIX p. 103), scheinen mir mit der von Hrn. Goskynski gegebenen Erklärung der fraglichen Erscheinung ganz im Widerspruch zu seyn. Ich fand, daß concentrirte Auflösungen von Glaubersalz, welche kochend in Fläschchen unter große Glasglocken gebracht wurden, darin sehr lange (zwei Monate) in übersättigtem Zustande bleiben, es mag nun die Luft unter diesen Glocken durch gebrannten Kalk ausgetrocknet worden seyn, oder sie mag mit Feuchtigkeit gesättigt seyn. Noch mehr: wenn dieselben Auflösungen kochend in Schalen unter kleinere Glocken gebracht werden. worin die Luft durch Chlorealcium ausgetrocknet wird, so concentriren sie sich darin nach ihrem Erkalten durch freiwillige Verdunstung und setzen endlich nach und nach am Boden der Schalen Krystalle von Glaubersalz mit 7 Atomen Wasser ab, ohne den Uebersättigungs-Zustand zu verlieren, d. h. ohne plötzlich zu einer Salzmasse mit 10 Atomen Wasser zu gestehen, wie dieses der Fall ist, sobald man die Glocken über den Schalen wegnimmt, selbst wenn die umgebende Luft sehr feucht ist. (Comptes rendus, Juli 1851, Nr. 1.)

Zur Analyse des Galmei; von Dr. Emil Schmidt.

Mit dem Namen Galmei werden bekanntlich diejenigen Zinkerze belegt, welche aus Zinkoxyd in Verbindung mit Kohlensäure oder Kieselsäure bestehen. Der meiste Galmei ist ein Gemisch von kohlensaurem und kieselsaurem Zinkoxyd, mit mehr oder weniger fremden Bestandtheilen gemengt. Für die Zinkgewinnung ist es oft von Interesse zu wissen, ob und wieviel der Galmei kieselsaures und kohlensaures Zinkoxyd enthält. Bisher wendete man zur Trennung derselben Essigsäure an, welche das kohlensaure Zinkoxyd lösen, das kieselsaure aber ungelöst lassen soll. Der Verfasser fand nun, daß dieses Verfahren ganz ungenau ist, indem die Essigsäure schon im verdünnten Zustande aus dem Kieselgalmei (Kieselzinkerz), mag dasselbe im natürlichen oder im durch Glühen von seinem Wassergehalt befreiten Zustande angewendet werden, beträchtliche Mengen von Zinkoxyd auszieht und im concentrirten Zustande auch Kieselsäure daraus auflöst. Ein ganz geeignetes Mittel zur Trennung des kieselsauren und kohlensauren Zinkoxyds fand er dagegen in einer Auflösung von kohlensauren Ammoniak, welche mit kaustischem Ammoniak in geringem Ueberschuß vermischt ist. Eine solche Flüssigkeit löst nämlich geglühtes Zinkoxyd leicht auf, während kaustisches oder kohlensaures Ammoniak für sich allein dieß nur schwierig thun. Wird ein Galmei im geglühten Zustande kurze Zeit mit derselben digerirt, so wird das Zinkoxyd, welches an Kohlensäure gebunden war, vollständig aufgelöst, während das kieselsaure Zinkoxyd ungelöst bleibt. Das vorausgehende Glühen des Galmeis ist deßhalb angemessen, weil sonst leicht Eisenoxydhydrat und Manganoxydul sich mit auflösen könnten. (Erdmann's Journal für prakt. Chemie Bd. LI S. 257.)