Text-Bild-Ansicht Band 121

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Tiegels Kupferchlorid und bringt über demselben das zu überziehende Eisen an; der Tiegel wird zugedeckt und in einem Ofen auf der Rothglühhitze erhalten, bis das Kupferchlorid verflüchtigt ist und sein Dampf auf dem Eisen einen Kupferüberzug hinterlassen hat. Anstatt Kupferchlorids kann man hierbei metallisches Kupfer und Salmiak, oder Kupferoxyd und Salmiak anwenden.

Um den so erzeugten Kupferüberzug in einen Messingüberzug zu verwandeln, gibt man auf den Boden des Tiegels etwas Zink und auf dasselbe ein wenig Thierkohle. Dann bringt man das mit dem Kupferüberzug versehene Eisen hinein, füllt den Tiegel mit Kohlen voll und lutirt den Deckel dicht auf, indem man bloß eine kleine Oeffnung für das Entweichen der Gase läßt. Der Tiegel wird nun zum Rothglühen erhitzt, um das Zink zu verflüchtigen, dessen Dampf sich mit dem Kupfer zu Messing verbindet.

LXV. Ueber das Schmiedeisen und die Legirungen von Stirling.

Aus dem Moniteur industriel, 1851 Nr. 1562 und 1564.

Im polytechn. Journal Bd. CXVII S. 307 haben wir die Processe mitgetheilt, durch welche es dem Engländer Morries Stirling gelang, das Gußeisen fester zu machen, nebst den verschiedenen Legirungen des Eisens mit andern Metallen, welche Stirling zu technischen Zwecken empfiehlt. Wir kommen nun auf diesen wichtigen Gegenstand zurück und lassen die Versuche folgen, welche seitdem mit diesen neuen Producten angestellt worden sind.

Um die Festigkeit des Schmiedeisens zu erhöhen, verbindet es Hr. Stirling im Puddelofen mit Block- oder Körnerzinn. Ein Zusatz von 2 Proc. Zinn verändert das Ansehen und die Beschaffenheit des Eisens sehr wesentlich, und 1 Proc. liefert ein Metall, welches mit einem krystallinischen Bruch zerbricht, sich aber unter dem Hammer, dem Quetsch- und Walzwerk, sowie in der Schmiede gut verhält und eine schöne ebene Oberfläche zeigt. Es war eine solche Verbindung hauptsächlich vortrefflich für die oberste Lage bei den Packeten zu Eisenbahnschienen, während die andern Lagen aus gewöhnlichen Rohschienen oder