Text-Bild-Ansicht Band 121

Bild:
<< vorherige Seite

des Erdbodens. Es war mir nicht besonders darum zu thun, nachzuweisen daß es unmöglich ist diese Leitungsfähigkeit und ihre Gesetze durch die Annahme zu erklären, daß die beiden Elektricitäten der galvanischen Säule sich in das Reservoir ergießen, wie es die Elektricität des Conductors der Maschine thun würde. Dasselbe muß ich von der andern Erklärung sagen, welche sich auf das Gesetz der dem Querschnitt proportionalen Leitungsfähigkeit gründet. Ich beschrieb Versuche, welche beweisen, daß im Fall der Fortpflanzung des elektrischen Stroms in einer Masse Wassers oder Erdreichs mittelst Elektroden, deren Größe unendlich klein ist im Verhältniß zu den Dimensionen dieser Masse, die Leitungsfähigkeit, welche man findet, weder diejenige ist, welche nach besagtem Gesetz dem Querschnitt der Elektroden angehören würde, noch diejenige, welche dem Querschnitt der flüssigen Schicht entspräche. Ich theilte bei dieser Gelegenheit die Versuche mit, welche einen Fall von Leitungsfähigkeit nachweisen, der bezüglich der Theorie von Wichtigkeit ist: daß nämlich homogene Sphären von einer und derselben Flüssigkeit gleiche Leitungsfähigkeit haben, welchen Durchmesser sie auch haben mögen, und daß, wenn sie von verschiedenen Flüssigkeiten sind, ihre Leitungsfähigkeit nur von dem Leitungsvermögen dieser Flüssigkeiten abhängt. Bei Versuchen mit großen, isolirten Wasser- oder Thonschichten, oder den größten flüssigen Sphären, welche ich mir verschaffen konnte, findet man, wenn man den Abstand der Elektroden verändert, dieselben Gesetze der Leitungsfähigkeit wie für den Erdboden. Die Nebenströme endlich, welche ich von Wasserschichten erhielt, die einen Theil des Erdreichs ausmachen, befolgen dieselben Gesetze, wie sie die HHrn. Kirchhoff und Smaasen in Deutschland und die HHrn. Louis Rudolfi und Felici in Italien analytisch ableiteten und durch Versuche mit sehr dünnen und sehr großen Metallblechen fanden, die durch den Metalldraht der Säule berührt wurden. Durchgeht man mit den Enden des Galvanometers die verschiedenen Punkte dieser Wasserschichten, welche in der galvanischen Kette liegen, so findet man, wie auf den Metallblättern, Linien oder Flächen von gleicher Spannung, deren Mittelpunkte in einem bestimmten Falle sich auf der die Elektroden verbindenden geraden Linie befinden, und welche in den verschiedenen Punkten der Wasserschichten oder des Blechs Elektricitätsströme von sehr verschiedener Intensität durchschneiden. Wenn man mit dem Ende des Galvanometers zwei verschiedene Punkte einer und derselben Linie berührt, so entsteht kein Nebenstrom; berührt man die Punkte zweier verschiedenen Linien, so ist der Nebenstrom constant. Die Gesetze der