Text-Bild-Ansicht Band 123

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und in die Höhe stehend. Mit der Verlängerung dieses Versuches wurden die Kennzeichen noch hervorstechender. Bei den Thieren des zweiten Loses, welche während eines Jahres kein Salz bekommen hatten, war das Haar durcheinander und die Haut war hie und da nackt und ohne Haare. Die des ersten Loses hingegen behielten das Ansehen von Stallthieren; ihre Lebhaftigkeit und häufige Anzeichen des Bedürfnisses zu bespringen stachen auffallend ab gegen den trägen Gang und das kalte Temperament, welche man an den Thieren des zweiten Loses wahrnahm. Es ist kein Zweifel, fährt Boussingault fort, daß man für die Stiere, welche man unter dem Einflusse des Salzes erzogen hatte, auf dem Markte einen vortheilhafteren Preis erhalten haben würde.“

„Diese Versuche,“ setzt nun Liebig weiter hinzu, „sind in hohem Grade lehrreich. Bei den Stieren, welche nur so viel Salz empfangen hatten, als im Futter enthalten war, war diese Salzmenge unzureichend für den Secretionsproceß; einer Menge von Stoffen, die außerhalb des Körpers Ekel erwecken, fehlte das Transportmittel; ihr ganzer Körper, das Blut. Fleisch und alle Säfte waren damit angefüllt; denn die äußere Haut ist der Spiegel für die Beschaffenheit des Innern. Die andern Stiere, welche täglich Salz bekommen hatten, blieben selbst in der ihrer Natur sehr wenig entsprechenden Lebensordnung, der sie ausgesetzt waren, bei einem Uebermaß von Nahrung und Mangel an Bewegung, gesund, ihr Blut blieb rein und geeignet für alle Zwecke der Ernährung; sie empfingen mit dem Salze ein mächtiges, in den gegebenen Verhältnissen unentbehrliches Mittel des Widerstandes gegen äußere Störungen ihrer Gesundheit. Der Körper der andern war in Hinsicht auf Krankheiten einem Herde gleich, angefüllt mit dem leicht entzündlichsten Brennmaterial, dem nur ein Funke fehlte, um in Flamme auszubrechen und verzehrt zu werden.“

Das Salz wirkt nicht fleischerzeugend, sondern es hebt die Schädlichkeit der Bedingungen auf, welche sich in dem unnatürlichen Zustande der Mästung vereinigen müssen, um Fleisch zu erzeugen, und es kann der Nutzen seiner Anwendung nicht hoch genug angeschlagen werden.“

Chufas und Batatas.

Diese zwei Pflanzen wurden von Spanien aus zur großen Industrie-Ausstellung nach London geschickt und zeichnen sich durch ihre mehligen Wurzeln aus. Die erste, las Chufas aus Valencia, ist die Zwiebel des Cyperus esculentus (des eßbaren Cypergrases oder der Erdmandel). Man bedient sich ihrer sehr häufig im südlichen Spanien bis Madrid hinauf zur Verfertigung eines unter dem Namen Chufas-Orgeade bekannten, erfrischenden Getränkes. Das andere Knollengewächs ist die Batatas edulis (Batate); sie wird an den Küsten zwischen Malaga und Almeria angebaut; ihre Wurzeln werden aber nicht so groß als in den tropischen Gegenden; die kleinern zieht man zum Einmachen vor. Der Preis dieser Knollen auf dem Markt zu Malaga variirt je nach der Ernte 2–10 Realen der Viertels-Centner. (Agriculteur-praticien, Sept. 1851, S. 374.)