Text-Bild-Ansicht Band 126

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Ueber die Fabrication der sogenannten Klicker oder steinernen Spielkugeln.

Die Klicker, Schusser oder steinernen Spielkugeln werden in Tyrol und mehreren andern Gegenden Deutschlands in solchen Massen fabricirt, daß dafür Hunderttausende von Gulden in Umlauf kommen. Die Fabrication derselben ist sehr einfach; kleine Stückchen Marmor oder seinkörniger Sandstein werden unter beständigem Wasserzufluß zwischen einem feststehenden, mit kreisförmigen Rinnen versehenen Sandsteine und einer über demselben horizontal herumlaufenden harthölzernen, etwa 1/2 Fuß dicken Scheibe, 24 bis 36 Stunden herumgedrillt und so rund geschliffen. Die Umdrehung der Scheibe geschieht mittelst eines horizontalen Wasserradchens, das an einer über der Scheibe senkrecht stehenden, mit dieser verbundenen Welle so angebracht ist, daß diese die gemeinschaftliche Achse des Wasserrädchens und der hölzernen Scheibe bildet. Wird nun das Wasser gegen das Schaufelrädchen eingelassen, so dreht sich dieses und die an der gleichen Welle befindliche hölzerne Scheibe horizontal herum, wodurch die Steine herumgedrillt und rund abgeschliffen werden. (Mittheil. für den Gewerbeverein des Herzogthums Nassau, 1852, Nr. 16.)

Neues musikalisches Instrument.

Hr. Petrina, Professor der Physik in Prag, hat ein Instrument mit Klappen construirt, welche, wenn sie mit der Hand angeschlagen werden, in Folge eines galvanischen Stromes ein eisernes Stäbchen in Schwingungen versetzen. Bei jeder Klappe kann man einen andern Ton erzielen. Wird nun eine hinreichende Anzahl von Klappen angebracht und werden dieselben wie bei einem Pianoforte gestimmt, so kann man auf dem Instrumente wie auf einem Klaviere spielen, wobei noch der Vortheil besteht, daß, so lange die Klappe niedergehalten wird, der Ton unausgesetzt fortdauert, und daß, sobald sie wieder losgelassen wird, der Ton aufhört, ohne auch nur im geringsten nachzuklingen. Die Art des Tones ist dem der Physharmonica ähnlich. Zwei in bedeutender Entfernung stehende Instrumente sind der Art in Verbindung zu setzen, daß, wenn man auf dem einen spielt die Musik von dem andern Instrumente aus ertönt. Hr. Petrina wird eine Beschreibung seiner Erfindung der Oeffentlichkeit übergeben. (Berliner Musikzeitung-Echo, 1852, Nr. 33.)

Blätter aus weißer Gutta-percha für den Steindruck.

Es ist dem bekannten französischen Ingenieur Perrot gelungen, die Gutta-percha so zu reinigen, daß sie vollkommen weiß wird und damit Blätter so dünn wie das leichteste Seidenpapier darzustellen; letztere nehmen den lithographischen Druck viel vollkommener an als das schönste chinesische Papier; die Abdrücke sind bewunderungswürdig. Da das Gutta-percha-Blatt durchsichtig ist so hat man auf der Rückseite ein umgekehrtes Bild. Wahrscheinlich werden solche Blätter beim Drucken von Kupferstichen eben so gute Resultate geben. (Cosmos, revue encyclopédique, Novbr. 1852, Nr. 28.)

Neue Schwefelung des Kautschuks.

In dem letzten Jahre ist in Nordamerika ein Patent auf Herstellung der Schwefelung des Kautschuks genommen worden, nach dem man eine Verbindung von Zink und Schwefel dazu anwendet. Zu dem Ende bereitet man eine Lösung von unterschwefligsaurem Natron und versetzt diese unter Erhitzung mit der Auflösung eines Zinksalzes. Hierbei bildet sich ein weißer Niederschlag, wahrscheinlich Schwefelzink.