Text-Bild-Ansicht Band 129

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immerfort und so lange mit Oel versorgt, als das Oel in dem Gefäß hoch genug steht, um den schwimmenden Holzcylinder bis an den Achsenhals zu heben. Der Holzcylinder muß so groß genommen werden, als nur irgend Raum dazu vorhanden ist. Je größer der Durchmesser des Cylinders ist, je besser wirkt er. Hat man Platz genug, um ihn eben so dick als die Achse oder noch dicker anzuwenden, so ist die Wirkung um so sicherer und von längerer Ausdauer. Die früher angewendeten hohlen Blechcylinder erfüllten den Zweck nur unvollkommen, hauptsächlich auch weil dieselben zu klein waren und schon bei einer geringen Abnahme des Oels die Achse nicht mehr berührten.

Die Anbringung des Oelapparats ist sehr leicht. Das Oelgefäß wird als Vertiefung in dem untern Theil der Achsenbüchse angebracht und bekommt eine von außen zugängliche Eingußröhre, durch welche das Oel bis zu dem nöthigen Niveau zugeführt werden kann. Diese Eingußröhre zeigt zugleich, ob das Gefäß gehörig mit Oel versorgt ist. Das überflüssige Oel fällt vom Achsenhals wieder in das Oelgefäß zurück und wird von dem Holzcylinder immer wieder emporgehoben.

Es wird angerathen, die erste Schmierung der Eisenbahnwagen von oben her durch die bisher gebräuchliche Oeffnung einfließen zu lassen, bis die neuen Pfannen sich erst gehörig glatt gelaufen haben. Dann ist eine Schmierung von oben nicht mehr erforderlich. Die obere Oeffnung in der Pfanne muß stets mit einem Tuch- oder Filzlappen gedeckt seyn, damit kein Sand oder sonstige Unreinigkeiten einfallen können.

Das Oel vermischt Herr Busse mit dem vierten oder dritten Theil wohlfeilen ätherischen Oels, z.B. Theeröl, Steinöl, Terpenthinöl etc. und erlangt dadurch den Vortheil, daß das Oel stets ganz dünnflüssig erhalten wird, besser schmiert, den Schlamm zu Boden fallen läßt und nicht einfriert. Das bei gelegentlicher Reinigung der Pfannen sich vorfindende unreine und schlammig gewordene Oel bringt man in ein Gefäß, bringt zu diesem Oelschlamm einen entsprechenden Ueberschuß von ätherischem Oel, rührt dieß gut um, läßt es setzen und gießt das dünne Product ab. Auf diese Weise gewinnt man aus dem zu Boden gefallenen Schlamm fast alles Oel wieder, was man zur Versetzung von frischem Oel zu weiterem Gebrauch verwenden kann.

Für die Anwendung seines Apparats bedingt sich Hr. Busse von den Eisenbahnverwaltungen ein Honorar von 1/3 Thlr. oder 30 kr. für jedes Rad, welches mit seinem Apparat oder einer wesentlichen Nachbildung desselben und seiner Oelmischung versehen wird. Die Einrichtung des Apparats könne übrigens mit weniger als einem Thaler für jede Achsenbüchse hergestellt werden.

Ericsson's Erklärung über das calorische Schiff.

Capitän Ericsson schrieb an die Redaction einer New-Yorker Zeitung einen Brief als Antwort auf die Anfrage: in welchem Zustand gegenwärtig das calorische Schiff sey, welche Ausbesserungen oder Zusätze an der Maschinerie desselben gemacht würden und wann dasselbe wieder in See zu stechen bereit seyn dürfte.

Ericsson sagt:

„Es freut mich, Ihnen versichern zu können, daß kein Grund besteht, die erfolgreiche Realisierung meiner wichtigen Unternehmung zu bezweifeln; die einzige Schwierigkeit welche sich bei der Maschinerie des calorischen Schiffes zeigte, ist, daß die Cylinderböden oder Heizer zu elastisch und nachgiebig sind, um luftdicht bleiben zu können, so daß man den vollen Druck nicht unterhalten konnte. Bei der Rückkehr des Schiffs vom Süden, vor zwei Monaten, hielt ich es für rathsam, diese Heizer, welche von Kesselblech gemacht sind, durch andere von Gußeisen zu ersetzen, indem letzteres Material sie von jeder gewünschten Dicke herzustellen gestattet. Da sich jedoch nur Eine Gießerei herbeilassen wollte, den Guß derselben zu unternehmen, was sechs bis acht Monate Zeit erfordert hätte, so entschloß ich mich zu einem andern Plan, wobei ich sicher eine größere Kraft und Geschwindigkeit erzielen werde. Die dazu erforderlichen Abänderungen der Maschinerie veranlassen aber eine sehr bedeutende Arbeit, und meine Freunde müssen sich daher eine kleine Geduldprobe gefallen