Text-Bild-Ansicht Band 130

Bild:
<< vorherige Seite

ursprünglichen Zweck, als Nahrungsmittel für Menschen und Thiere, wieder ganz anheim zu geben.

6) Während die Rückstände des Kartoffelstärkmehls zum Mästen des Viehs Verwendung finden, können jene der Kaiserkrone, welche eine beträchtliche Menge Stärkmehl (50 bis 60 Proc.) enthalten, nach den bekannten Verfahrungsweisen leicht in Alkohol verwandelt werden.

  Miscellen.

Die Messerwaaren- und Scheren-Fabrication in Sheffield und Solingen, von Hrn. Director Karmarsch.

In England ist der Hauptsitz der Fabrication der Messerschmiedwaaren zu Sheffield, und gegen den Umfang des dortigen Geschäfts ist das was London und einige andere Orte leisten, quantitativ von keiner Bedeutung; ja es wird versichert daß Londoner Messerfabricanten etc., wenn sie große Bestellungen empfangen, diese nicht durch ihre eigenen Werkstätten ausführen, sondern in Sheffield arbeiten lassen. In Sheffield selbst findet wieder ein ähnliches Verhältniß insofern statt, als von der ansehnlichen Zahl kleiner Fabricanten viele im Auftrage größerer Häuser beschäftigt sind, mit deren Firma sie die von ihnen verfertigten und abgelieferten Waaren stempeln. Man kann sich einen Begriff von der außerordentlichen Bedeutung der Messer- und Scherenfabrication in genannter Stadt machen, wenn man hört daß dort allein jährlich 140,000 bis 150,000 Pfund Elfenbein zu Messer- und Gabelheften verarbeitet werden, ungefähr 700 Arbeiter mit dem Schmieden der Tafelmesserklingen, 900 mit Schleifen derselben und 1300 mit Anfertigen und Aufsetzen der Hefte beschäftigt sind; ferner auf Federmesser und Taschenmesser jährlich für nahe 100,000 Pfd. St. Materialien von mehr als 3000 Personen (250 bis 300 Schmiede, 500 Schleifer, 2500 Männer und Knaben an der Werkbank) verarbeitet werden, 160 Arbeiter allein in dem Schmieden von Rasirmessern (zwei an jedem Amboß), 900 männliche und 200 weibliche Personen aber bei der Scherenfabrication thätig sind. Die Federmesser-Fabrication soll, merkwürdiger Weise, seit Einführung der Stahlschreibfedern nur sehr wenig zurückgekommen seyn.

Einen ähnlichen Haupt- und Centralpunkt für die Messer- und Schneidewaarenfabrication, wie Sheffield für Großbritannien ist, bietet der deutsche Zollverein auf einem Bezirke der westlichen preußischen Provinzen dar. Hier tritt vor allem das seit langer Zeit weit und breit berühmte Solingen hervor, dessen solider Ruf durch eine großartige Vereinigung von Kräften und musterhafte intelligente Betriebsamkeit aufrecht erhalten und fortwährend gehoben wird, so daß die Solinger Artikel einen fast über die ganze Welt ausgedehnten Absatz finden. Dieser wird ebenso durch die mäßigen und zum Theil sehr niedrigen Preise, wie durch die damit verbundene treffliche Qualität der Waaren in dem Maße befördert, daß nicht unbedeutende Beziehungen selbst durch englische Exporthäuser von hier gemacht werden.

In Solingen nebst seiner nächsten Umgebung (Wald, Gräfrath etc.) werden sämmtliche Gattungen der Messerschmiedwaaren angefertigt. Eigentliche Fabriken in welchen das Fabricat von Anfang bis zu Ende fertig gemacht wird, und wie solche in Sheffield zu finden sind, bestehen hier aber nicht. Die Arbeiter besorgen das Nöthige in ihrer Behausung. Doch findet, wie in England, eine vollständige Theilung der Arbeit statt. Der Schmied, der Feiler, der Schleifer etc. befassen