Text-Bild-Ansicht Band 130

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Die Glocke oder das Absperrgefäß muß man mit einer kleinen Bleischeibe beschweren, welche der innern Spannkraft das Gleichgewicht hält, besonders wenn man für den hydraulischen Verschluß Quecksilber anwendet.

Die Letoret'schen Gefäße, welche in den meisten Fällen die Woolf'schen Flaschen mit Vortheil ersetzen können, werden wohl in den chemischen Laboratorien bald Eingang finden; gegenwärtig kostet ein solches Gefäß bei Hrn. Capellemans in Brüssel 3 Fr. 50 C., wahrscheinlich wird dieser Preis aber auf 1 Fr. vermindert werden, was (in Frankreich) derjenige einer Woolf'schen Flasche von gleichem Inhalt ist.

Das Letoret'sche Gefäß läßt sich überdieß in einem besondern Fall benutzen, für welchen die Woolf'sche Flasche nicht angewandt werden kann. Angenommen man wolle Kohlensäure bereiten und damit Bicarbonate in einer Reihe Letoret'scher Gefäße darstellen, ohne den Apparat und das Zusetzen der Säure überwachen zu müssen. Man gießt in das äußere Gefäß verdünnte Salzsäure, stellt dann in die Mitte dieses Gefäßes einen Träger von gebrannter Erde, und auf letztern eine Art Durchschlag von Porzellan, mit Marmorstücken gefüllt, welchen man sogleich mit einem Absperrgefäß bedeckt, das mit einer Bleischeibe gehörig belastet wird. Die Kohlensäure beginnt unverzüglich sich reichlich zu entwickeln; wenn dann die Absorption des Gases langsamer geht als seine Erzeugung, und wenn die Säule von verdünnter Salzsäure mehr als hinreichend ist um dem innern Druck im ganzen Apparat das Gleichgewicht zu halten, so sinkt die Flüssigkeit unter dem Absperrgefäß, verläßt den Marmor, und die Entwickelung von Kohlensäure hört auf, um wieder zu beginnen sobald der innere Druck geringer als derjenige der Atmosphäre geworden ist.

Erklärung der Abbildungen.

Fig. 1 ist ein senkrechter Durchschnitt eines Letoret'schen Apparats, nach cd in Fig. 2.

A, äußeres Gefäß welches die Flüssigkeit für den hydraulischen Verschluß enthält;

B, Gefäß in der Mitte, das die Flüssigkeit enthält welche das Gas auflösen muß.

C, das zwischen beiden befindliche Gefäß welches zur Absperrung dient.

D Bleischreibe, um letzteres Gefäß zu beschweren.