Text-Bild-Ansicht Band 131

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Rothholzbrühe zu 10° Baumé; und 1 Theil Aetznatronlauge von 20° Baumé. Endlich ziehe man das Horn durch Wasser, drücke es nochmals sorgfältig ab und polire es nach 12 bis 16 Stunden.

Kann man die Rothholzbrühe nicht haben, so beschaffe man sich dieselbe durch Extrahiren von 1 Pfd. Fernambuk mit 5 bis 7 Pfd. Wasser in der Siedhitze. – Die Natronlauge erhält man bei jedem Seifensieder unter dem Namen Feuerlauge.

Fügt man der Beize neben Bleiweiß noch Zinkweiß hinzu, so erhält man bläulichere Nüancen. – Zinnsalze nüanciren ins Scharlachrothe.

CXXV. Ueber ein leichtes und schnelles Mittel, um dem Wein den schimmeligen oder den vom Faß oder den Korkstöpseln angenommenen Geschmack und Geruch zu benehmen; von Hrn. Dr. Penot.

Aus dem Bulletin de la Société industrielle de Mulhouse, 1854, Nr. 122.

Bisweilen bekommt der Wein entweder im Faß, von dem Holz desselben, oder in Flaschen, von den Stöpseln, einen widerlichen Schimmelgeschmack. Meines Wissens war bisher kein Mittel bekannt, um diesem Uebelstand leicht abzuhelfen. Ich erfuhr, daß die Weinhändler mittelst einer riechenden Substanz, z.B. Himbeerensaft, welche sie in die Fässer schütten, bis zu einem gewissen Grad den sehr unangenehmen Geschmack und Geruch solchen Weins zu verdecken Pflegen; dieß ist aber ein sehr ungenügendes Hülfsmittel, womit man sich bisher, in Ermangelung eines besseren, begnügen mußte.

Im August v. I. nahm ich in einem Fäßchen, welches ich gekauft hatte ohne es vorher zu untersuchen, Burgunderwein auf das Land mit, und war sehr unangenehm überrascht, als ich fand, daß dieser Wein nach bloß zweitägigem Verweilen im Fäßchen einen solchen Schwefel- und Schimmelgeschmack angenommen hatte, daß er gar nicht mehr trinkbar war. Ich kam nun auf den Gedanken, ihm ein wenig Holzkohlenpulver beizumischen, welches bekanntlich sehr desinficirend wirkt. Dadurch gelang es mir, diesen unerträglichen Geschmack vollständig verschwinden zu machen, selbst bei Flaschen worin der Wein über einen Monat verweilt hatte; ich glaube, besonders im gegenwärtigen Zeitpunkt, wo der Wein sehr theuer