Text-Bild-Ansicht Band 134

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Es kann vielleicht einigen Lesern von Nutzen seyn, wenn wir anführen daß dieses chemische Präparat in Manchester bei den Droguisten gekauft per Pfd. 2 2/3 Pence kostet.21)

XLVII. Ueber die Verbesserung des Weins durch einen Zusatz von Zucker und Wasser; von Prof. Siemens in Hohenheim.

Aus dem württembergischen Wochenblatt für Land- und Forstwissenschaft, 1854, Nr. 37 und 38.

Bei der sicheren Voraussicht einer an Quantität geringen Weinernte und dem fast gänzlichen Mangel an Obst dürfte die Vermehrung und Verbesserung des Weins durch einen Zusatz von Zucker und Wasser, wie diese bereits seit einigen Jahren in vielen Weingegenden, namentlich an der Mosel, in der Pfalz und am Rhein, durch die Bemühungen des Hrn. Dr. Gall in Trier eine allgemeinere Verbreitung gefunden hat, auch in Württemberg eine weitere Beachtung verdienen.

Der Zusatz von Zucker gehört zu den ältesten Verbesserungen des Weins, da es nahe liegt, dem Moste das zu geben, was die Natur bloß durch den Mangel an Wärme nicht in hinreichender Menge erzeugen konnte. Der allgemeineren Anwendung dieser Verbesserung trat bis jetzt jedoch der Aufwand, den dieselbe erforderte, entgegen. Sie lieferte zwar einen weit alkoholreicheren und dadurch haltbareren Wein, allein diese Eigenschaften gehören doch weniger zu den wünschenswerthesten, selbst wenn diese Vorzüge den erforderlichen Aufwand lohnen sollten. Die größere Menge unseres Weinerzeugnisses zeigt außer dem Mangel an Zucker einen

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Bei der Anwendung des kieselsauren Kalis oder Natrons als Kuhkothsalz, welche zuerst im J. 1852 in England in Gebrauch kam. fließen die Fabrikanten auf Schwierigkeiten, weil das von ihnen bezogene Product häufig freies caustisches Alkali enthielt, wo es dann die Thonerde aus der Beize für Krapproth etc. auflöste. Higgin brachte daher den kieselsauren Kalk, durch Zersetzung von kieselsaurem Alkali mit salzsaurem Kalk bereitet, als verläßliches Kuhkothsalz in Vorschlag (polytechn. Journal Bd. CXXXII S 213). Durch Anwendung eines ganz gesättigten Kali- oder Natron-Wasserglases, wie es deutsche chemische Fabriken liefern, wird der Zweck jedoch vollständig erreicht: um ganz sicher zu gehen, braucht man nur die Auflösung des Wasserglases, welche man durch mehrstündiges Kochen desselben mit Wasser erhielt, solange mit verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure zu versetzen, bis ein bleibender Niederschlag von Kieselerde entsteht. A. d. Red.