Text-Bild-Ansicht Band 134

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sollten in diesem Jahre Alle, die eine kleine baare Auslage bestreiten können, ihren Most mit einem größeren Zusatze von Wasser und Zucker oder Syrup darstellen. 10–12 Simri Aepfel und 50 Pfund Stärkezucker oder Syrup würden mit dem nöthigen Wasser einen Eimer sehr guten Obstwein liefern.

  Miscellen.

Die unterseeische Telegraphen-Leitung durch das mittelländische Meer.

(Hierzu Fig. 10 u. 11 auf Tab. II.)

Wir haben bereits (polytechn. Journal Bd. CXXXIII S. 74) Nachricht gegeben von einer beabsichtigten Telegraphen-Leitung, welche von Spezzia aus theils unter Wasser, theils über Land über die Inseln Corsika und Sardinien nach der Nordküste von Afrika führen soll. Diese Linie ist gegenwärtig, unter persönlicher Leitung des Hrn. J. Watkins Brett, des Urhebers des Projectes, in rascher Ausführung begriffen; von den drei unterseeischen Strecken, offenbar den schwierigsten Theilen des Werkes, sind zwei, nämlich die Strecke von Spezzia zur Nordspitze von Corsika und die durch die Meerenge von St. Bonifacio, vor einigen Wochen glücklich hergestellt worden, und sobald die ebenfalls in Bau begriffenen Landleitungen auf den Inseln Corsika und Sardinien vollendet seyn werden, wird man zwischen Spezzia und Cagliari, an der Südspitze dieser letzteren Insel – in gerader Linie etwa 400 engl. Meilen Entfernung – correspondiren können.

Die Leitungstaue für jene beiden unterseeischen Strecken sind in London angefertigt worden; die HHrn. Tupper und Carr daselbst haben die Lieferung derselben, sowie des für den dritten Meeresübergang (von der Südspitze Sardiniens nach der afrikanischen Kuste) noch erforderlichen Taues übernommen, und deren Anfertigung den HHrn. Kuper u. Comp., ebenfalls in London, übertragen. Die Isolirung der Kupferdrähte mittelst eines Gutta-percha-Ueberzuges wird in den unter Leitung des Hrn. S. Statham stehenden Werken der Gutta-percha-Compagnie in London, Wharf Road, ausgeführt.

Dieses Tau, von welchem dem Verfasser eine Probe vorliegt, enthält 6 Leitungsdrähte und hat einen äußeren Durchmesser von 1 1/2 Zoll preuß. Die 6 Leitungsdrähte, vom besten Kupfer angefertigt, haben schwach 1/16 preuß. Zoll Durchmesser. Ihr Gutta-percha-Ueberzug ist ziemlich stark; die überzogenen Adern haben über 1/4 Zoll Durchmesser. Der Kern zwischen den Gutta-percha-Adern ist durch eine Trense aus Hanf, der stark in Theer getränkt ist, ausgefüllt und mit eben solchem getheerten Hanfe ist das ganze Bündel der 6 Leitungsdrähte ziemlich dick umsponnen. Die äußere schützende und zugleich beschwerende Hülle bilden 12 starke Eisendrähte oder vielmehr dünne Eisenstangen von 5/16 preuß. Zoll Durchmesser, welche, eng an einander schließend, in steilen Schraubenwindungen um das Leitungstau laufen; bei unserer Probe sind diese Eisendrähte nicht mit Zink überzogen (galvanisirt), wie von anderen Seiten angegeben wird. Fig. 10 auf Tab. II zeigt einen Querschnitt und Fig. 11 eine Seitenansicht dieses Taues in natürlicher Größe; g, g, g sind die kupfernen Leitungsdrähte; k, k, k der Gutta-percha-Ueberzug; h, h, h, h ist der Kern und die Umspinnung von getheertem Hanf, und e, e, e sind die 12 Eisendrähte der äußeren Seilhülle.

Einigen Nachrichten zufolge sollen bei diesem Seile die Leitungsdrähte nicht geradlinig und der Achse des Seiles parallel laufen, sondern schraubenförmig um einander gewunden seyn, weil Hr. Brett hierdurch denselben eine größere Elasticität