Text-Bild-Ansicht Band 140

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III. Ueber den hydraulischen Stempelhammer mit Federung von zusammengepreßter Luft, welchen die HHrn. Guillemin und Minary, Maschinenbauer zu Casamène bei Besançon, erfunden und ausgeführt haben; vom Bergingenieur Réfal.

Aus den Annales des mines, 5te Reihe, Bd. VII S. 507.

Mit Abbildungen auf Tab. I.

Der Dampf-Stempelhammer bietet gegen die Hämmer mit Helmen, die er seit mehreren Jahren in sehr vielen Fällen ersetzt, den Vortheil dar, daß man damit fast mathematisch genaue Resultate erlangen kann. Er gestattet dem Schmiede: 1) während des Verlaufs der Umgestaltung einer metallischen Masse, welche wandelbare auf einander folgende dynamische Wirkungen erheischt, in jedem Augenblick und innerhalb gewisser Gränzen die Höhe des Falles und des Hubes zu reguliren; 2) am Ende der Arbeit dem zu schmiedenden Gegenstande genau die gewünschte Form zu geben, da der Schmied im Stande ist, den Lauf des Hammers auf eine gewisse Entfernung vom Amboß zu beschränken.

Diese schätzbaren Eigenschaften der Maschine erhält man aber nur unter Bedingungen, welche in anderen Beziehungen unvortheilhaft sind; denn da man hier weder die Expansion noch die Condensation benutzt, so muß man zur Hervorbringung eines gewissen Effectes verhältnißmäßig sehr bedeutende Dampf- und Brennmaterialmengen verwenden, und dieß, nebst den unvermeidlichen Unterbrechungen beim Betriebe der Maschine, erfordert einen besondern Kessel zur Bewegung des Hammers.

Es folgt daraus, daß wenn man nicht einige metallurgische Apparate, wie Puddel- und Schweißöfen, deren Ueberhitze man zur Feuerung des Kessels benutzen kann, zur Verfügung hat (was in den meisten Maschinenbauwerkstätten nicht der Fall ist), der Betrieb des Stempelhammers sehr kostbar wird, weil man wegen eines Ganges von nur wenigen Stunden den ganzen Tag einen Kessel feuern muß, dessen Heizoberfläche, welche im Verhältnisse zu der bei jedem Schlage verbrauchten Dampfmenge stehen muß, im Allgemeinen beträchtlich ist. Auch ist zur Bewegung des Schiebers ein besonderer Arbeiter erforderlich, welcher möglicherweise nicht immer den Weisungen des Schmiedemeisters Folge leistet oder sie nicht gehörig versteht. Endlich bietet der Hammer eine sehr bedeutende Masse dar, die in manchen Fällen nützlich ist, in vielen andern Fällen aber