Text-Bild-Ansicht Band 140

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  Miscellen.

Außerordentliche Leistung einer Locomotive.

Auf der Pariser Industrie-Ausstellung war eine der französischen Nordbahn gehörige, von den HHrn. Carl und Comp. zu Paris nach Crampton's System gebaute Schnellzug-Locomotive (Treibachse mit 7' hohen Rädern hinter dem Feuerkasten; auswendige Cylinder, zwischen den beiden Vorderachsen; Steuerung gleichfalls auswendig) ausgestellt. Diese Locomotive war im Monat Mai 1849 in Dienst genommen worden, und hatte nach einem amtlichen Nachweise bis zum 1. Junius 1855, also binnen sechs Jahren, 269045 Kilometer oder 36257 georgr. Meilen, also pro Jahr durchschnittlich 6043 geogr. Meilen durchlaufen. Die Maschine befand sich noch in durchaus dienstfähigem Zustande, obgleich die Gesammtleistung wohl eine der größten ist, welche eine Locomotive bisher überall erreicht hat, und die mittlere jährliche Leistung ziemlich die doppelte der Maschinen auf den meisten deutschen Bahnen ist. Sind diese großen Zahlen nun zum Theil vielleicht auch Folge günstiger Verhältnisse des Dienstes, so ist dabei doch sehr wohl zu bemerken, daß die Fahrgeschwindigkeit der Schnellzüge auf der Nordbahn eine bedeutende (50 Kilom. oder nahezu 8 geogr. Meilen pro Stunde) und der Zustand der Bahngeleise keineswegs der beste ist. Es wird demnach diese Leistung einer Locomotive jedenfalls als eine außerordentliche angesehen werden müssen. B. (Zeitschrift des Hannover. Architekten- und Ingenieur-Vereins, 1856, Bd. II S. 134.)

Notiz über das Oberbau-System von Barlow.

In der Versammlung des Vereins für Baukunde in Stuttgart, am 16. Febr. 1856, theilte der als Gast anwesende Ingenieur W. Nördlinger von Bordeaux, über das Geleisesystem der französischen Südbahn einige neuere Erfahrungen mit, betreffend die dort angewandten, direct auf der Beschotterung ruhenden, sogenannten Barlowschienen. Im Allgemeinen sey man mit diesem Oberbau ganz zufrieden; die Bewegung der Züge sey äußerst sanft, die Unterhaltungearbeiten beschränken sich fast nur auf das Unterkrampen der Schienen, und, was besonders wichtig sey, die Befürchtungen, welche man bei der starren, durchaus keine Längenverschiebung zulassenden Verbindung der Schienenenden mit einander (durch Vernietung) in Betreff der Temperaturwirkungen gesetzt habe, seyen bis jetzt durch die Erfahrung nicht gerechtfertigt worden. Nur in Betreff der Dauer der Schienen bleibe viel zu wünschen übrig; es stelle sich eine rasche Abnutzung derselben ein und löse sich namentlich in höchst eigenthümlicher Weise längs der Mitte des gerissenen Schienenkopfes ein im Querschnitte dreieckiger, mit der Basis nach oben gekehrter Span ab, und gebe Veranlassung zum baldigen Bruche. Vorerst werde man das System, soweit das Quantum der angeschafften Schienen reicht, für die noch zu bauenden Strecken beibehalten. Im Uebrigen sey man auch in England von diesem Schienensystem ziemlich wieder abgekommen. (Eisenbahnzeitung, 1856.)

Die unterirdische Stadtleitung in Paris, welche vom Centralbureau nach den einzelnen Telegraphenlinien führt.

In Paris waren seither die Stadtleitungen, welche vom Centralbureau nach den einzelnen Telegraphenlinien führen, über die Dächer der Gebäude und quer über die Straßen durch die Luft gespannt. Das unelegante Aussehen dieser Drähte,