Text-Bild-Ansicht Band 141

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Cannel-, vorzüglich der Torban-Kohle, welcher sie sehr nahe steht. Die Quantität des Gases ist weniger, die Qualität aber besser; ich trage daher kein Bedenken zu bestätigen, daß die Georgs-Kohle von sehr hohem Werthe für die Gaserzeugung ist, und bemerke noch, daß der Theer und das Ammoniak-Wasser nicht in Rechnung gebracht sind.

Dr. A. Fyfe,
Professor der Chemie zu Aberdeen.

Zur Paraffinfabrication.

Das in diesem Bande des polytechn. Journals S. 136 von Hrn. C. M. empfohlene Verfahren zum Klären einer trüben Paraffinmasse, durch Zusammenschmelzen derselben mit 1 Proc. Stearin, welches dann mittelst Aetznatronlauge verseift wird, ließ sich der Ingenieur Hr. Paul Wagenmann zu Bonn bereits am 20. Decbr. 1854 als einen Theil seines Verfahrens zur Paraffinfabrication patentiren; man sehe die Patentbeschreibung im polytechn. Journal Bd. CXXXV S. 138.

Die Redaction.

Anwendung des borsauren Manganoxyduls beim Firniß der Buchdruckerschwärze.

Thomas De la Rue wendet das borsaure Manganoxydul auf folgende Weise zur Verbesserung der Buchdruckerschwärze an, insbesondere damit dieselbe leichter austrocknet: 100 Gewichtstheile der gewöhnlichen Materialien werden mit 1 Gewichtstheil trockenem borsaurem Manganoxydul, als feines Pulver, durch Mahlen innig verbunden. Ehe man die Schwärze anwendet, muß man sie beiläufig einen Monat lang stehen lassen, damit das Mangansalz seine Wirkung auf den Firniß ausüben kann. – Man kann, anstatt auf angegebene Weise zu verfahren, das Mangansalz auch dem Firniß zusetzen; in diesem Falle werden 50–60 Gewichtstheile des Firnisses, nachdem derselbe auf beiläufig 315° Celsius erhitzt worden ist, mit 1 Gewichtstheil des Mangansalzes versetzt und 3–4 Stunden lang gut umgerührt.

Das borsaure Manganoxydul erhält man bekanntlich, wenn man eine kalte Auflösung von salzsaurem Mangan mit einer kalten Auflösung von Borax fällt. Der Niederschlag wird gut ausgewaschen, getrocknet und vor der Anwendung pulverisirt. – Patentirt in England am 24. August 1855. (London Journal of arts, August 1856, S. 80.)

Wir verweisen auf die Versuche, welche von Barruel und Jean, dann von Schubert über die Eigenschaft des borsauren Manganoxyduls, den Oelen den höchsten Grad der Trockenfähigkeit zu ertheilen, angestellt wurden; im polytechn. Journal Bd. CXXVIII S. 374 und Bd. CXXXII S. 77.

Die Redact.

Das Gerben des Klavierhammer-Leders

wurde lange Zeit als tiefstes Geheimniß betrachtet. Hr. Carl Deninger in Mainz theilt folgendes Verfahren mit. Ein Hirschfell wird, ohne die Narbe von ihm abzustoßen, in Thran gewalkt, in Lauge gewaschen und auf der Narben- oder Haarseite an der Sonne weiß gebleicht. Dann kommt es in eine auf Handwärme abgekühlte Abkochung von Fichtenlohe, worin es so lange verbleibt, bis das Leder, ursprünglich weiß, eine vollständige Lohfarbe angenommen hat, die man beliebig noch dunkler dadurch machen kann, daß man das aus der Lohe kommende Fell in eine schwache laugenhaltige Flüssigkeit taucht und dann ähnlich wie anderes sämischgares Leder fertig stellt. (Bayer. Kunst- und Gewerbeblatt, 1856, S. 252.)